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Sprichwort des Tages: Woher stammt das „Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul“?

Wohl jeder hat schon einmal das Sprichwort „Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul“ gehört.Doch woher stammt das eigentlich?

Die Lösung verrät Werner Böhm in seinem Buch „Ross und Reiter“:

„Erzählenswert ist auch die Geschichte des spanischen Edelmannes Calvo, der in Diensten des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. stand. Dieser Calvo war nicht nur ein Mann von eminenter Tapferkeit, sondern auch ein leidenschaftlicher Pferdeliebhaber. Mit seinem ganzen Herzen hing er vor allem an einem herrlichen Hengst namens Moncouer. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen bei der Verteidigung der Stadt Maastricht hatte er die Ehre einer Audienz beim König, und dieser brachte das Gespräch auf Moncouer und bot dem Spanier einen Tausch an.

Fordere Eure Majestät meine Gattin, aber lassen Sie mir das Ross!“

„Aber mein Freund!“ entgegnete Louis, „Ihre Frau hat ja keine Zähne mehr!“

„Sire!“ bemerkte der Spanier, „Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul!“

Den König soll diese Antwort so entzückt haben, dass Moncouer in Calvos Stall bleiben konnte.“

 

Aus: „Ross und Reiter“ von Werner Böhm, Olms, 1996.