Home » Neuigkeiten » Klartext: Totilas Tortur

Klartext: Totilas Tortur

Es ist etwas über ein Jahr her, da startete Rath sein Comeback mit Totilas. Damals war schon deutlich sichtbar, was jetzt zum vorzeitigen EM-Aus für das Paar geführt hat: „Taktstörungen“ oder besser gesagt eine Lahmhheit! Damals habe ich das kommentiert und Totilas gewünscht, dass er in Rente gehen darf. (Kommentar samt Video von damals lassen sich hier nachlesen/ansehen.)

Wer mit offenen Augen und Pferdeverstand sich das Video aus 2014 angesehen hatte, erkannte Totilas Probleme. Eine Voraussetzung dafür war, dass man nicht diesem unsäglichen Totilas-Hype verfallen war. Hilfreich war und ist natürlich auch, wenn einem Pferde mit hinter die Senkrechte gezogenen Nasen und exaltierten Spanntritten als nicht klassisch geritten erscheinen und man sich nicht an diesen Anblick gewöhnt hat.

Bild von Totilas, wir er im Jhar 2012 in Hagen mit Rollkur abgeritten wird.
Diese Form des „Abreitens“ ist auf deutschen Abreiteplätzen – theoretisch -nicht mehr erlaubt. Foto: Julia Rau
Spätestens als am Dienstag einer von zwei Tierärzten beim Vet-Check in Aachen bei der EM sein Veto einlegte und wollte, dass Totilas noch einmal genauer untersucht werden sollte, hätten bei allen Beteiligten die Alarmglocken schrillen müssen. Tatsächlich wurde der Tierarzt „überstimmt“. Seit wann bitte schön ist die Gesundheit eines Pferdes ein Prozess, der durch „demokratische Abstimmungen“ beeinflusst werden kann? Entweder ein Pferd ist gesund oder es hat nichts im Viereck zu suchen. Punkt. Die FEI täte gut daran, das Reglement hier anzupassen.

Heute nun der Rückzug: Totilas wurde in eine Klinik gebracht, hier soll er genau untersucht werden. Mögen die Verantwortlichen nun endlich bitte die überfällige (!) Entscheidung treffen die Tortur zu beenden und Totilas nur noch als Zuchthengst einzusetzen. Das hat nichts mit „Neid“ oder „Häme“ zu tun. Sondern nur mit gesundem Pferdeverstand.

Und wer diesen Kommentar hier überzogen findet, der kann sich den gestrigen Ritt ja noch einmal ansehen und auf das linke Hinterbein von Totilas achten. So mancher Richter hätte hier abgeläutet. In Aachen bei der EM war das gestern nicht der Fall.

Bitte beachten Sie, dass wir nur die Kommentare freischalten, deren Schreiber ihren Namen angeben.

14 Responses

  1. Julia Riese
    | Antworten

    Das musste ja so kommen. Der arme Kerl. So aufgerollt wie er immer geritten wird war doch klar das er irgentwann physiche probleme bekommt. Ich hoffe das er sich erholt und dann die quälerei endlich aufhört. Jeder der sein Pferd so reitet dem sollte die Kandare genauso durchgezogen werden damit er mal merkt was das eigentlich für Schmerzen sind,die da verursacht werden.

  2. Susanne Aschmotat
    | Antworten

    ….der Reiter habe bei der Dressur stets vor Augen,
    sich einen Gefährten zu bilden und soll das edelste Tier
    der Schöpfung weder zum Sklaven, noch zur Maschine
    herabwürdigen.

    Von Krame

  3. Martina Funke
    | Antworten

    Der Dressursport liegt nicht erst seit Aachen 2015 oder seit der Übernahme von Totilas durch Schockemöhle/Linsenhoff im Sterben. Auch Nicole Uphoff hat ihren Rembrand mit Rollkur abgeritten, um ihm seine Guckigkeit abzugewöhnen ! ?? Totilas wurde bereits bei Edward Gal rollkurmäßig geritten und auch so ausgebildet. Seine Bewegungen waren auch da schon künstlich, die diagonale Fußfolge im Trab bereits zerstört. Seine jetzige Lahmheit mag die Folge dieser Ausbildung sein.Deswegen ist es ziemlich kurz gedacht, Matthias Rath alleine dafür verantwortlich machen zu wollen. Wahrscheinlich ist er nicht mehr als eine Marionette, gesteuert von seiner Stiefmutter und Herrn Schockemöhle. Keinem dieser Beteiligten traue ich zu, mit voller Absicht und aus reiner Geldgier dieses Pferd verheizt zu haben. Was nicht heißen soll, daß sie unschuldig sind. Ich denke, daß die Umstände komplexer sind. Nach dem Kauf von Totilas wurde ja zunächst versucht, ihn in der Reitweise umzustellen. Wahrscheinlich wurde ihm aber nicht genügend Zeit gebeben, so daß das Projekt in Rotterdam scheiterte, weil Totilas seine neu gewonnene Freiheit ausnutzte. Also wieder zurück zur alten, unter Herrn Gal erfolgreichen Ausbildungsmethode. Viele waren darüber entsetzt, sicher auch, weil diese Methode bis dahin nicht von der Familie Linsenhof/ Rath angewendet wurde. Verzweiflung in Ermangelung anderer Ideen/ Methoden/ Zeit? Schuldig sicherlich auch die Offiziellen, die sich nach jedem neuen Comeback von Totilas auf ihn stürzten und ihn ohne jede weitere Qualifikation in die Mannschaft beriefen. Gehirn ausgeschaltet angesichts der Aussicht auf Gold? Und warum war niemand in der Lage die Lahmheit vor dem Einreiten ins Viereck zu sehen und anzusprechen? Auf dem Video ist sie deutlich bereits vor dem Einritt ins Viereck zu sehen! Ich bin weder Tierarzt noch Richter und kann es erkennen! DAS ist nicht nur unfair dem Pferd gegenüber, auch der Reiter wurde blamiert. Ich glaube ihm sehr wohl, daß er die Lahmheit nicht fühlen konnte. Wer etwas Erfahrung hat, weiß daß das oft so ist, daß eine Lahmheit bereits von unten zu sehen ist, von oben aber nicht erfühlt wird. Dazu kommt die Anspannung durch den Wettbewerb. Ich finde also, es reicht hier nicht, Wut und Häme über Matthias Rath und die Besitzer von Totilas zu schütten. Das ändert sicherlich nichts an den Zuständen im Dressursport. Auf dem Weg an die Spitze scheiden ZWEI DRITTEL aller Pferde aus gesundheitlichen oder psychischen Gründen aus! Es liegt an uns allen einen besseren Weg zu finden und auch zu gehen.

    • Nicole S.
      | Antworten

      Besser hätte man es nicht schreiben können. Stimme Ihnen, liebe Frau Funke, in jedem Punkt zu. Totilas ist der wahre Held, der diese Tortur so lange mitgemacht und ertragen hat und auch noch weiter ertragen würde, es ist ein Kämpfer dieser Hengst mit einem wahrlich einzigartigen Charakter.

  4. Tanja Rüppel
    | Antworten

    Scheinbar muss man sich entscheiden. Will ich ein toller Reiter sein, will ich die Reitkunst pflegen, liebe ich mein Pferd und schätze es wert, einfach nur um seinetwegen , will ich mit meinem Pferd verschmelzen und vom und mit ihm lernen und reifer werden , oder benutze ich einfach nur das Tier als Sportgerät .
    Momentan ist Sportreiterei in meinem Ohren ein Schimpfwort geworden. Wer auf Turnieren reitet, entscheidet sich gegen sein Pferd. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Auch das haben wir ja in Aachen gesehen.

  5. Anke Schließmann
    | Antworten

    Mir Fehler die Worte. Wo ist die Deutsche Dressurreiterei gelandet? Ich traue mich in den letzten Jahren schon gar nicht mehr, die wenigen Darbietungen anzuschauen, die im Fernsehen übertragen werden. Zuletzt habe ich die „Darbietungen“ der Dressurreiter live bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen gesehen und war dermaßen enttäuscht, da es so wenig erstklassige Dressurreiterei zu sehen gab. So habe ich auch den Totilas Hype nur noch am Rande verfolgt. Wie kann man ein so schönes Pferd so dermaßen in kurzer Zeit zugrunde richten? Und was noch viel schlimmer ist, warum erkennen de Richter am Rande des Dressurvierecks nicht das offensichtliche? Wie viel verdienen sie daran wegzusehen? Wie viel daran, bestimmte Paare zu bevorzugen? Ja, ich denke es geht auch im Dressursport nur noch um Geld, und nicht mehr darum, ein Pferd zu gymnastizieren und zu einem Paar zusammenzuschmelzen. Nicht gegeneinander, sondern sich zusammen mit dem Pferd weiterzuentwickeln.

    Ich bin sehr wütend und fühle mich so machtlos. Ich wünschte, ich könnte irgendetwas tun, um den Dressursport wieder in die richtige Richtung zu lenken. Ich habe das Gefühl, daß es nicht reicht, Petitionen zu unterschreiben und Kommentare wie diesen zu verfassen. Wir müssen das beenden! Wenn es gar nicht anders geht, muß man den Turniersport (denn in den anderen Disziplinen läuft es ja nicht wirklich besser) verbieten! So leid es mir auch für die wenigen reellen Sportler tut, im Moment sehe ich keine andere Chance.

  6. Susanne Eichler
    | Antworten

    Ich finde diese ganze Entwicklung im Reitsport einfach nur zum weinen.
    Man kann nur hoffen, dass Totilas endlich Mal auf eine grüneWeide darf und nicht in ein paar Monaten zu lesen ist Totilas musste eingeschläfert werden weil er plötzlich eine unheilbare Krankheit hat.
    Kann mir nicht vorstellen dass sich jemand der für ein Pferd soo viel bezahlt hat sich mit den Pienuts zufrieden gibt die er dann mit dem Pferd als Deckhengst verdient…
    Ist doch viel einfacher die Versicherungsprämie zu kassieren..will nicht den Teufel an die Wand malen, aber wir alle werden die Entwicklung um Totilas im Auge behalten auch wenn er jetzt so öffentlich nicht mehr zu bewundern ist.Aber wollen wir ihm seine Ruhe gönnen und das Ende seines unsäglichen Leidensweges.
    Alles gute mein Schöner

  7. Natascha Sacher
    | Antworten

    Beschämend für Richter, Reiter und alle beteiligten Verantwortlichen ist dieser Ritt allemal. Als Richter einen solchen Ritt nicht vorzeitig zu beenden und als angeblicher Weltklassereiter im Sattel nicht zu merken, was sich da tut (meiner Meinung nach hat er es sehr wohl gemerkt!), und was ein Blinder mit Krückstock sieht: Das Pferd geht nicht klar (in Wahrheit geht es lahm) und hat im Viereck nichts zu suchen und schon gar nicht auf einer Europameisterschaft!!! Dass ein Vet-Check eine demokratische Veranstaltung ist, war auch mir neu. Entschuldigung, ich werde jetzt ausfallend: Mal im Ernst, welcher hirnverbrannte Vollidiot ist denn auf diesen Blödsinn gekommen?! Am besten lässt man Reiter, Besitzer und Trainer auch noch mit abstimmen, ob der Bock nun laufen soll oder nicht – WAS?!?!?!?!

    Es bleibt zu hoffen, dass Totilas‘ Leiden nicht umsonst ist und war. Dass sein steiler Aufstieg und tiefer Fall viel Aufmerksamkeit – auch außerhalb der Reiterszene – erregt haben, ist zwar Teil des Problems (schließlich wollen die Zuschauer den schwarzen Wunderhengst sehen), aber vielleicht auch Teil der Lösung. Nur, wenn man den Menschen zeigt, was wirklich hinter verschlossenen Türen oder auch in aller Öffentlichkeit und sogar vor laufenden Kameras stattfindet und sie dafür sensibilisiert, dass ein Pferd, egal wie teuer es war, keine gut geölte Gelddruckmaschine ist, sondern ein lebendes, fühlendes Wesen mit Bedürfnissen, die man als sein Besitzer/Reiter/Pfleger gefälligst zu erfüllen hat, wenn man von ihm im Gegenzug erwartet, Leistung zu erbringen (und natürlich auch sonst). Auch wenn (oder doch eher weil) das Tier einen Riesenhaufen Kohle gekostet hat: In erster Linie übernimmt man eine große Verantwortung, wenn man sich ein Tier aus welchen Gründen auch immer zulegt. Man hat die Pflicht, es mit allem zu versorgen, was es braucht, einschließlich Bewegung, artgerechter Haltung, Fütterung etc.
    Gönnt diesem geschundenen Pferd endlich seinen Lebensabend als (bitte, bitte, bitte!) artgerecht gehaltener Zuchthengst – ich weiß, eine etwas blauäugige Vorstellung von mir, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

  8. Gabriele Lindner
    | Antworten

    Wer Totilas mit Rath von Beginn an gesehen hat, muss bemerkt haben, dass das Pferd den Menschen ablehnt. Rath war für Totilas ein „Angstgegner“. Rath hat ihn – mit Unterstützung des Teams – gequält. Totilas ist dadurch immer wieder krank geworden. Gal sollte ihn unter seine Fittiche nehmen, dann würde es nochmal klappen. Ohne Quälerei ! Man muss diesem Pferd nur einmal in die Augen sehen: Angst, Schmerz, Hilflosigkeit. Typisch für Schockemöhle und Konsorten ! Die kriegen alle Pferde kaputt!

    • Susanne Holzmüller
      | Antworten

      GAL????? ausgerechnet der??? Der hat ihn doch schon kaputtgemacht, als er ihn vor Rathaus geritten hat. Diese verdammte Rollkur… wenn man sich die Bilder vom Training in Aachen anschaut, kommt einem echt das k….! Am liebsten würde ich diese Typen grundsätzlich von allem Turnieren etc. ausschliessen. Gut, dass Gal immerhin nach seiner Kür disqualifiziert wurde.

    • Caroline Schwarz
      | Antworten

      Gal als Reiter für Totilas?? Nach den Bildern von Herrn Gal in Aachen – Rollkur auf dem Abreiteplatz und ein von Panik getriebenes Pferd im Viereck – wäre das für kein Pferd wünschenswert! Bei solchen Bildern und Ausbildungsmethoden leidet der eigentlich so wunderbare Sport noch weiter.
      Es ist vielmehr an der Zeit, dass die Offiziellen selbstbewußt und deutlich dagegen vorgehen, als nach wie vor wegzuschauen. Vielleicht sollten endlich Richter zu diesen Championaten eingeladen werden (z.B. Christine Stückelberger), die auch bewerten, was sie sehen und nicht wer als Sponsor oder Besitzer dahinter steht oder was ein Pferd in der Vergangenheit gewonnen hat, dann würde der Kür-Sieger sicher anders heißen.
      Erfeulich war zumindest, dass wenigstens ein blutendes Pferd abgeklingelt wurde, allerdings höchst erstaunlich, dass der Reiter (Herr Gal) nicht vorher selbst zu dem Entschluß kam, die Prüfung abzubrechen.

  9. Hildegard Galli
    | Antworten

    Wie lange noch überlässt man Totilas diesen verantwortungslosen Besitzern? Wo nur bleibt da der Deutsche Tierschutz? Pfui

  10. Gabriele Boeckmann
    | Antworten

    Der geht richtig lahm, kommt wahrscheinlich vom Rücken..

  11. Tröndle Susanne
    | Antworten

    Dieser Komentar spricht mir aus der Seele, so habe ich auch meinen facebook Komentar dazu gegeben! Es ist so traurig die Karriere dieses tollen Hengstes zu Ende gehen zu lassen und er gibt alles dabei was er noch kann und jeder kann den Untergang eines Ausnahmepferde sehen! Ein Drama und ich finde es für Deutschland als Reiternation unglaublich traurig, weil wir etwa Angst haben von der klassischen Reitweise abzugen? Uns die Nachbarnation schlägt? Und wir kaufen noch gierig dieses schon verletzte Superpferd? Hätte man tun können um stolz zu sein und Ihn für Zucht und Lebensabend Wert zu schätzen, aber nein Tassen und T Shirts für einen angeschlagenen Superhengst…Erbärmlich von Verkäufern und Käufern , nur Geld hat hier eine Rolle gespielt und falscher Stolz!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.