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Ihre Erfahrungen sind gefragt! Wie lernt Ihr Pferd am besten?

In unserem Heft 1/2015 dreht sich alles um das Thema „So lernt Ihr Pferd fast alles“. Dazu sind wir sehr neugierig auf Ihre Erfahrungen! Wie bringen Sie Ihrem Pferd etwas bei? Nutzen Sie Leckerlis oder wie loben Sie? Gab es eine Aufgabe, die Ihnen oder vielmehr Ihrem Vierbeiner Kopfzerbrechen bereitet hat und wie haben Sie diese schließlich gelöst?

 

Wir möchten diese Lesererfahrungen gern in unserem nächsten Heft veröffentlichen, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir diese ggf. kürzen.

Auf jeden Fall gilt: Diejenigen, deren Lesererfahrung, wir abdrucken, dürfen sich auf ein kostenloses Jahresabo der Dressur-Studien freuen!

Sie können uns Ihre Erfahrung per Mail schicken an info@dressur-studien.de oder aber hier in den Kommentaren einfügen. Bitte beachten Sie, dass wir Kommentare erst freischalten müssen und dies nur dann machen, wenn der Verfasser seinen Namen hinterlässt. (Und bitten sehen Sie es uns nach, dass wir Sie in der Kommentarüberschrift plötzlich „duzen“, was auch immer da passiert ist, wir arbeiten daran…)

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25 Responses

  1. Mareike
    | Antworten

    Ich arbeite mit meiner Tinkerstute Stella nach den Prinzipien des Horsemanship.
    Vorab, sie ist ein wissbegieriges Pferd und bietet viel von sich an. Wenn wir neue Sachen trainieren/installieren arbeitet sie immer mit und versucht alleine raus zubekommen wie die Lösung sein kann. Da ich viel mit der Körpersprache arbeite gebe ich ihr die Ansätze und sie probiert es aus. Dann lobe ich ganz dolle mit Stimme, uzw. geht meine stimme automatisch hoch mit viel Freude, da weiß sie genau das war richtig. Unterstützend bekommt sie am Anfang ein Leckerlie, dass dann wenn es gut sitzt nicht mehr erhält. Wenn meine liebe Stella aber verwirrt ist, spult sie alles erlernte ab um zu gucken was richtig ist. Dann zerlege ich die Aufgabe in gaaaanz kleinen Schritten um sie auf den richtigen Weg zu führen. Meistens brauche wir neues auch nicht lange wiederholen, denn dann ist sie gelangweilt. Ich lass die neue Übung dann eine zeitlang weg und frage sie dann später noch einmal ab. Und siehe da, sie weiß sofort was gemeint ist.
    Ich achte sehr darauf das ich sie nicht langweile denn dann ist die Motivation weg. Man kennt sein Pferd ja selber sehr gut und weiß wann sie sich antrengen und das beherzige ich immer!

    Bisher musste ich mir den Kopf nicht zerbrechen, denn immer lag es an mir wenn etwas nicht funktioniert hat da ich nicht eindeutig war. Wenn ich dann nochmal in mich gegangen bin wie genau ich mich bewegen muss, sind mir meine eigenen Fehler sofort aufgefallen.

    Bei anderen Pferden die ich nicht so kenne, gehe ich genauso um das ich nach etwas Frage und gucke wie sie Antworten. Manchmal muss ich aber nach einer Antwort verschiedene ösungen gucken und erfragen.

    Was dabei sehr wichtig für mich ist, dass ich nie emotional werde und immer ruhig bleibe dabei.

  2. Katharina
    | Antworten

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass beim Lernen viel von der „Arbeitseinstellung“ abhängt. Mein Pferd lernt lieber, wenn man ihn vor Aufgaben stellt, für die er selbst denkend Lösungen finden kann, als wenn ich versuche, ihm etwas anzutrainieren. Im praktischen Alltag mögen das manchmal nur kleine Unterschiede sein, die aber einen großen Effekt auf die Motivation des Pferdes haben können. Man möchte seinem Pferd ja nicht das Gefühl zu vermitteln, dass es in Ruhe gelassen wird, wenn es die Aufgabe erfüllt, sondern will es vor Aufgaben stellen, deren Lösung ein Aha-Effekt bewirkt und beim Pferd ein Erfolgserlebnis auslöst, damit es „mehr davon“ will.
    Als ein praktisches Beispiel könnte ich das Erarbeiten von Seitengängen nennen: Eine Stange am Boden, an die man das Pferd heranführt und es selbst erkennt, dass man sie ohne anzustoßen passieren kann, wenn es die Beine kreuzt. Das ist etwas anderes, als wenn es einem Druck ausweicht. Am Ende ist die Reiterhilfe dieselbe, aber die Aufgabe ist anders assoziiert: Das Pferd darf sein Erlerntes zeigen und spult nicht nur einen Bewegungsablauf ab. Mein Pferd hat in diesem Fall sogar sein Wissen als „Problemlösung“ verstanden und in seinen Alltag übertragen – nach dem Pinkeln spart er sich den großen Schritt über seine Pfütze und weicht stattdessen seitwärts kreuzend aus, um keine nassen Füße zu bekommen 😉

  3. Dagmar
    | Antworten

    Ich habe eine spät eingerittene Trakehnerstute, die leider bis jetzt noch nicht viel vom Leben außerhalb eines Zuchtbetriebes mitbekommen hat und deswegen sehr leicht zu erschrecken ist.
    Meine Erfahrungen aus der Hundeschule und dem Agility nützen mir hier sehr viel. Ruhige Atmosphäre, ruhige bestimmte Angaben und keine wechselnden Kommandos für die gleiche Übung. Wir haben sehr viel mit Stimme und mit Körpersprache gearbeitet. Und das Lob kommt zur richtigen Zeit, nämlich sofort. Viele warten einige Sekunden zu lange, dann ist der Effekt vorbei und das Tier kann es nicht mehr zuordnen. Als Lob reicht ihr ein tiefes „Gut“. Wenn die Übung ganz toll war, lasse ich sie meine Begeisterung spüren mit „super gemacht“ mit Jubel in der Stimme. Gleichzeitig bekommt sie den Zügel. Die Anspannung ist sofort weg, ich beende damit die Übung und mache nach einer kurzen Pause was Anderes. Ich muss später nur aufpassen, dass sie die einmal gelernte Übung nicht vorweg nimmt, wenn sie weiß, was ich vorhabe. Dann müssen wir wieder einen Schritt zurückschalten.
    Ich übe viel mit Bodenarbeit, dort ist es leichter zu kontrollieren, ob die Übung richtig ausgeführt wird. Wenn wir eine „gefährliche“ Situation erleben, reagiert sie ganz stark auf meine Reaktion – vorspielen kann ich ihr da gar nichts. Wir haben ein Außenviereck, an dem immer etwas Neues los ist. Ich habe angefangen, mit ihr dabei wie mit einem Mensch zu reden (Schau mal, den kennen wir doch. Mach dir nicht ins Hemd. Das ist doch nur der Kater im Gebüsch…..) Das entspannt mich und überträgt sich dann auf sie. Sie darf gucken, aber ich beende den Anschauungsunterricht. Sie darf ihren Sicherheitsabstand selbst wählen, aber Ablenkung durch Bewegung und Hintricksen an die Ursache des Schreckens hilft auch. Da sie viel Vorwärtsdrang hat, merkt sie oft gar nicht, dass wir schon mehrmals an dem Hindernis vorbeigelaufen sind. Sie hat das dann vor lauter Kopfarbeit vergessen….

  4. Daniel Koth
    | Antworten

    Lernen – nur über Motivation! Wir alle kennen es, dass wir uns auf eine Uni-Prüfung vorbereiten, ein Vortrag halten müssen oder ein wichtige Sportereignis. Vor dem Ereignis steht die Vorbereitung und das Lernen. Das Lernen geht besser über ein schöne Belohnung. Der Lohn für die Mühe fällt bei jedem anders aus. Der Eine holt sich nach dem Lernen eine Tafel Schockolade und der Andere gönnt sich nach Stunden über die Bücher ein Ausritt mit den Freunde/innen oder geht ins Kino.

    Unser Haflinger Erwin sollte die Hinterhand gestärkt werden, so ein Pony-Reitmeister, damit er sich mehr Tragen kann. Hierfür sollte der Haffi die Piaffe erlernen. Soweit die Theorie … Mit einem Reiter, der die Hilfegebund von Oben gab, einem Helfer mit Gerte für die „sanfte Unterstützung“ UND jede Menge Leckerchen in Form: Würfelzucker und kleine Leckerlis ging es los. Aller Anfang ist schwer, aber nach einigen Stunden machte das Pony gut mit. Sicherlich lag es an der Belohnung! Jeder gute Ansatz, jeder guter halber Schritt und später jede gute Paiffe gabe es ein Leckerchen. In nur 14 Tagen war die Paiffe in Erwin „verankert“. Und heute nach 5 Jahre … Immer wieder rufen wir das Erlernte ab und und manchmal dreht er den Kopf zum Reiter und will seine Belohnung 😉

  5. Evelyn
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    Stress und Lernen widersprechen sich.
    Daher halte ich es mit Unbekanntem und oft angstauslösenden Gegenständen oder Situationen im Gelände und überall anders so, dass ich meinem Pferd die Zeit lasse die es braucht, um von sich aus auf das „Monster“ zu zugehen. Meine eigene womöglich aufsteigende Unruhe rede ich mir von der Seele, indem ich ihm die überaus positiven Eigenschaften des „Monsters“ erkläre. (Jeder Traktor sorgt für super leckeren Hafer mit seinem Gebrumm und Gerätschaft hinten dran)
    Mein junger Lipizzaner bisher ohne Kontakt zu Schafen sah sich gestern einer 1000 köpfigen Herde gegenüberstehen. Wir brauchten keine 10 min und 3 Etappen um unser Ziel, die Herde, zu erreichen. Dort noch ein Gespräch mit der Schäferin über die Witterung und die Anzahl ihrer Herde, vermittelte ihm zusätzlich die Ungefährlichkeit der Situation.
    Lernen im eigenen Tempo des Pferdes. Allerdings funktioniert es nur ohne Zeitdruck, ich muss innerlich die Einstellung haben, dass ich auch den gesamten Tag mit Beobachten der Herde zubringen kann, wenn er es braucht. Ich habe noch nie den ganzen Tag gebraucht. 😉

  6. Carla Schiffner
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    Ich habe mein Fjord gemeinsam mit meiner Reitlehrerin ausgebildet und da die Erfahrung gemacht, dass er sich gelobt fühlt, wenn sie mich mit höherer, begeisterter Stimme gelobt hat. Da sich das sehr deutlich von meinem normalen Tonfall unterscheidet, habe ich es für das Training übernommen und lobe ihn so mit deutlichem Stimmlob für erwünschte Leistung. Das Stimmlob habe ich mit Leckerlies verstärkt und ich habe den Eindruck, dass er sehr deutlich auf beides, aber vorallem auf mein Verhalten reagiert.

  7. Katrin
    | Antworten

    Am schönsten ist der „Blick“ meines Pferdes beim Erlernen einer neuen Lektion… dieser Moment in dem man merkt, dass es „Klick“ bei ihm gemacht hat. Er wirkt dann immer irgendwie stolz… Ich habe gelernt zu beobachten… Mit einem Hundeleckerli in der Hand habe ich ihm z.B. das Nicken beigebracht… er hat es nie gefressen 🙂 aber der ungewohnte Geruch hat zu dem Nicken geführt, das ich positiv verstärken und an ein anderes Kommando koppeln konnte. Dieses Prinzip ließ sich auf viele andere Lektionen übertragen. Das Stimmlob zur positiven Verstärkung aus den Zirkuslektionen setze ich mittlerweile auch vom Sattel aus ein. Das gibt mir die Möglichkeit ihm schnell zu vermitteln wann er etwas richtig gemacht hat und schafft sofort eine positive Atmosphäre.

  8. alex
    | Antworten

    Ich sehe meine Pferde als Individuen und so arbeite ich sie auch. So ist z.B. der Herr Araber mit viel Ruhe, ganz wenig Druck und sehr viel Lob und als Jackpot einem Leckerchen bis in die Anfänge der Hohen Schule an der Hand und in der Zirzensik bestens zu Unterhalten – während der junge Wallach sich z.B. nicht mehr konzentrieren kann sobald er auch nur den geringsten Verdacht schöpft d. ich irgendwo ein Leckerchen eingesteckt hätte. Er ist der kreativste meiner Pferde und lernt sehr gut durch Umwandlung seiner Vorschläge in zu lernende Lektionen. Die beiden QH Damen – Mutter und Tochter – könnten ebenfalls unterschiedlicher nicht sein. Die Ältere war wohl im Laufe ihres Lebens nicht so gut behandelt worden und es hat sehr lange gedauert bis sie wieder Vertrauen gefasst hat. Hier arbeite ich sehr gerne mit dem Clicker und sehr viel positiver Verstärkung durch Futterlob. Sie bringt ihre Vorschläge immer mit Freude ein und man kann diese perfekt in neue Lektionen umwandeln kann. Meine junge Qh Stute lebt seitdem sie drei Monate ist bei uns. Sie war das Prinzesschen „Rühr mich nicht an“ – hoch intelligent, aber genauso schwer davon zu überzeugen d. die Vorschläge unsererseits auch eine ganz tolle Alternative sein könnten. Es war anfangs recht schwierig die passende Mischung aus Ruhe, Konsequenz und Lob für dieses Mädels zu finden, da sie auch keine Scheu hatte nach einem zu treten, anzusteigen oder sich auch Rückwärts auf den Boden zu werfen. Nach einiger Zeit des Erfahrens, Lernens und Beobachtens sind wir dann drauf gekommen d. man sich gerade für dieses junge Pferd einfach mehr Zeit nehmen und ihr auch geben muss – die Arbeit muss immer in sehr viele kleine Schritte aufgeteilt und ihre eigene Meinung unbedingt mit eingebaut werden – dann stellt sich auch der Erfolg relativ schnell ein. Zur Belohnung will sie unbedingt und immer an besonderen Stellen gekrault werden – dies verknüpft sie dann mit der zu erarbeitenden Lektion und diese ist fast immer in (für mich) Perfektion abzurufen. 🙂

  9. Angela Heinrich
    | Antworten

    Wie lernt Ihr Pferd am besten?
    Es mag vermessen klingen, doch ich frage mich in jeder Begegnung mit meinem Pferd: „Was kann ich heute von DIR lernen?“ Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass mein Pferd mich in jedem Moment spiegelt. Nicht ICH kann meinem Pferd etwas lehren – sondern ICH lerne von ihm am meisten über MICH!
    Ich habe vor kurzem ein – als unreitbar und völlig verdorbenes Pferd – gekauft. Ich habe in seine Augen geschaut und mir war klar, das er von vielen Menschen enttäuscht und für das eigene Ego benutzt wurde. Auch ich habe das erfahren. Die Chemie stimmte sofort. Ich habe ihn völlig überteuert gekauft – egal, ich spürte nur, dass ich ihm und gleichzeitig mir, ein Gefühl des „es ist vorbei“ schenken wollte.
    Heute weiß ich, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war. In jedem Moment unserer Begegnung, spüre ich tiefe Dankbarkeit und innige Verbindung. Ich vertraue ihm und er mir. Wir sind ein Team und genießen unsere Partnerschaft am Boden, mit Wald-Spaziergängen und beim Reiten.
    Danke NERO, du bist der Lehrer in meinem Leben!

  10. Denise
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    Ich (18 Jahre) habe meine Arabermix Stute 3-jährig bekommen, leider hatte sie noch keinen Lernerfolg erleben dürfen. Ich habe mir alle Zeit genommen die Sie brauchte, ihr alle Hilfsmittel (Halfter, Sattel, Trense) zur begutachtung bereitgestellt. Erst nach eingehendem ansehen zeigte ich ihr was ich damit vorhabe. Jedes neu gelernte habe ich auf jetwas bereits gelerntes aufgebaut und selbst die kleinsten Schritte positiv bestärkt. Wichtig war und ist mir auch, in der Lernphase keinen Stress zu vermitteln, ein genaues Bild vor Augen zu haben und alles mit etwas positivem zu verbinden. Leckerlies gibt es bei lediglich nach der Arbeit oder wenn ich mich verabschiede, andernfalls ist sie zu sehr auf den erneuten Erhalt von Leckerlies fixiert, als das sie sich auf ihre Aufgabe konzentriert. Viel mehr bestehen Belohnungen bei mir aus gutem Zureden, Streicheln oder kurze Pausen zur entspannung. Je nach Art der Aufgabe ändert sich auch die Belohnung. Wichtig ist mir auchnoch das wir jede Trainigsphase mit einem guten Gefühl beenden, auch wenn dafür ein bereits gelernter Schritt wiederholt wird und überforderung aber auch unterforderung durch ein Interessant jedoch nicht zu lang gestaltetes Training.
    Bisher hat uns diese Art des Training sehr schnell sehr weit gebracht, ganz ohne Stress und mit einem Täglich wachsenden Vertrauen.

  11. Marie Stiebing
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    Ich habe mache mit meiner Islandstute immmer wieder die Erfahrung gemacht, dass Lob und Bestätigung uns viel schneller viel weiter bringt als Strafe ider Druck. Wenn ich mit ihr arbeite versuche ich das Training immer so schön und lobreich zu gestalten wie es geht, weil sie dann von sich aus gerne und konzentiert mitarbeitet. Darüber hinaus arbeite ich nicht nach einer bestimmten Methode, sondern bin der Meinung, dass man am besten verschiedene Methoden miteinander kombinieren kann und sich jeweils die Bestandteile aus einer Arbeitsweise heraussucht, die am besten zu einem selbst und seinem Pferd passen. Ich habe auch bei der Erziehung und Ausbildung meiner häufig einfach“gemacht“ und nicht erst in vielen Büchern nachgelesen. Wenn man auf sein Bauchgefühl hört und auf sein Pferd achtet kommen meist viel bessere Ergebnisse raus, als wenn man sich stur an eine Ausbildungs- oder Erziehungsmethode hält. Das ist die Erfahrung die ich mit meiner Stute gemacht habe, und mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.

  12. Katja
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    Ich bemühe mich bestimmte Allüren, die mein Pferd ( Araberhengst, 7 ) anbietet, in sinnvolle Übungen um zu wandeln. Beispielsweise begann er vor 2 Jahren, nach Hengstmanier häufig zu steigen. Ich habe dieses, mir lästige, weil unkontrollierte, Verhalten dann provoziert, mit gleichzeitigem Stimmkommando. Hat er reagiert, wurde er gelobt, stieg er ohne Kommando wurde das Verhalten ignoriert oder per Stimme gestraft.
    Heute wird nur noch gelobt, wenn er die Vorderbeine kurz vom Boden abhebt, gleichzeitig gehe ich auf ihn zu, was ihn dazu bewegt die Hanken zu beugen. Wir haben uns der Akademischen Reitkunst verschrieben und arbeiten so auf unkonventionelle Weise an dem, was eine Levade werden soll.
    Weiterhin habe ich festgestellt, dass kurze, sowie längere ( bei uns Zwangspausen, da ohne Halle und deshalb wetterabhängig )Arbeitspausen dazu führen, dass das Gelernte sich festigt. Ich bin jede Mal angenehm überrascht, manchmal nach wochenlangem “ Nichtstun“, wie exakt und motiviert Übungen ausgeführt werden, die bei der täglichen Arbeit oft mit Widerstand oder bei der Handarbeit mit Geschnabbel garniert wurden.

  13. Yvonne Zander
    | Antworten

    Ich habe bereits mit mehreren Pferden, teils eigene, teils mir anvertraute, Erfahrungen in der Ausbildung machen dürfen. Dabei habe ich vieles ausprobiert. Alle Methoden lassen sich auf zwei theoretische Begrifflichkeiten kürzen: Entweder wird nach dem Modell der negativen Verstärkung (Druck geben um ihn dann zu nehmen, wenn das Pferd korrekt reagiert) oder der positiven Verstärkung (korrektes Verhalten wird über Verstärker wie Futter oder Graulen als erwünscht gekennzeichnet) gearbeitet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jedes Pferd gerne und bereitwillig mit mir zusammen arbeitet, wenn ich sein Verhalten verstärke. Dies ist das Geheimnis des Clickertrainings: Die Pferde lernen mitdenken zu dürfen, sie lernen Angebote machen zu können und sie lernen, dass sie in eine Interaktion mit uns treten können.
    Aber ich habe auch festgestellt, dass die beiden Verstärkungsformen sich keinesfalls gegeneinander ausschließen, sondern je nachdem, welches Verhalten gerade gefragt ist, die ein oder andere Methode für das Pferd besser verständlich ist. Hier gilt es jedes Mal wieder neu auszuprobieren und sich auf das Pferd einzustellen.
    Doch nützt die beste Trainingsmethode nichts, wenn ich als Lehrer nicht weiß, was ich will. So kann ich als Fazit feststellen: Am besten lernt jedes Pferd durch mein klares Auftreten (Ziel vor Augen), durch Souveränität (Sicherheit ausstrahlen), eindeutige Signale (die immer gleich sind) und Beständigkeit (transparentes Verhalten).

  14. Magdalena Fuchs
    | Antworten

    Drei meiner Pferde habe ich selbst und allein ausgebildet:Ein Edles Deutsches Warmblut, eine Vollblut Araberstute und eine Shagya Araberstute. In allen drei Fällen habe ich 100%ig gutmütige und lernfreudige Reitpferde erreicht – ausschließlich durch gezielte Belohnung und keinerlei Repressalien.

  15. Barbera
    | Antworten

    Meiner Erfahrung nach, ist die erste und wichtigste Sache beim Lernen des Pferdes, dass der MENSCH klar, ruhig, geduldig und konsequent ist in dem was er will und tut.
    Ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass manche Pferde schneller lernen, als ihre Kollegen. Wobei nicht immer die „Intelligenz“ maßgeblich ist, sondern Faktoren wie Unsicherheit, Angst, Überforderung, unruhiges Umfeld eine große Rolle spielen können.
    Die Lernschritte sollten dem Pferd angepasst und erreichbar sein. Niemals sollte, das berechtigte, Lob fehlen.
    Bei meinem derzeitigen Pferd Schah Rhi, ist es immer besser gelungen Neues zu vermitteln, wenn wir vorher etwas Bekanntes gemacht haben und ich ihn (berechtigt) loben konnte. Das war ein guter Einstieg.
    Ich bin ein großer Fan der positiven Verstärkung und versuche „Machtkämpfe“ zu vermeiden. Es hilft meistens, wenn ich die Situation vorher durchdacht habe und verschiedene, mögliche Reaktionen in Betracht ziehe.

  16. Bettina Berger
    | Antworten

    Lob und Tadel müssen meines Erachtens immer sofort erfolgen, was das Tadeln besonders schwer macht, da man sich immer überlegen muß, ob überhaupt Tadel angebracht ist, oder einfach ein Nichtverstehen der Hilfen Ursache war. Deshalb spare ich mir das Tadeln meistens. Beim Loben bin ich überschwenglich. Ich unterbreche die Arbeit als Belohnung für einen guten Ansatz oder sogar gutes Gelingen oder höre, wenn der Schwierigkeitsgrad hoch war oder das Pferd etwas neues lernen sollte, sogar ganz auf.
    Leckereien spielen bei mir eine sehr untergeordnete Rolle. Ich möchte, daß das Pferd gerne mit mir arbeitet, weil ich es gut behandele und nicht, weil ich es füttere.
    Was aber meiner Meinung nach am wichtigsten ist, ist dem Pferd aus meinem Herzen heraus gute Gefühle zu senden, denn das ist unmißverständlich und Pferde spüren genau, wenn derjenige, der mit ihnen arbeitet, sich wohlfühlt. Ich stelle mir vor meinem geistigen Auge vor, wie das, was ich gerade übe, aussehen soll und lasse mich von meinem Gefühl dahin leiten. Mit dem technischen Know How, das man sich so über die Jahrzehnte zugelegt hat, kommt man dann meistens, wenn auch nicht immer, zum Ziel. Wenn mal was nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle, übersehe ich das einfach oder mache etwas anderes, Danach versuche ich erneut das, was vorher nicht so gut funktionierte, auszuführen.
    Gefühle spielen beim Umgang mit dem Pferd eine gewaltige Rolle: Denn: So wie man in den Wald hineinruft, so schallts nunmal heraus!

  17. Annette Cunäus-Brenner
    | Antworten

    Geduldig Vertauen aufbauen; es nicht ausnutzen, sonst war alles umsonst; ein gerechter Chef sein, der die „Pferdesprache“ versteht und spricht; sich auf jedes Pferd und sein Tempo beim Lernen einlassen; nichts beginnen was ich nicht auch zufriedenstellend beenden kann. Und manchmal hilft nur der Spaziergang an der Hand, nebeneinander über Gräben, durch Pfützen und unter Flattervorhängen durch. Verständnisvolle Konsequenz.
    Hier einige Beispiele: http://www.salud-integral-equina.jimdo.com

  18. Denise Pallentin
    | Antworten

    Das Wichtigste für mich bei der Arbeit mit Pferden und ihrem Lernen ist Allem voran, mir (und meinem Pferd) ein erreichbares Ziel vor Augen zu setzten. Lernen ist ein kognitiver Prozess, der sich besonders lange und deutlich prägt, wenn ich immer wieder auf meine Ziele schauen, und diese einzeln abharken kann. Damals habe ich meiner erreichten Ziele noch schnell hinter mich gelassen und immer nur nach Vorne geschaut, wodurch ich und meine Pferde dadurch mit mir, öfter Phasen von Frust durchlebt haben. Nun schaue ich, wenn etwas mal nicht so klappt wie ich es in dem Moment gerne hätte, auch mal nach Hinten, wodurch sich bei mir eine Gelassenheit und Zufriedenheit einstellt, die sich auch auf meine hufigen Begleiter überträgt.
    Meine Erfahrung ist, dass das Lernen mit einem Pferd niemals über Druck, Hektik oder Gewalt funktioniert. Actio gleich Reactio. Zwar halte ich nicht viel von Leckerlies als Belohnung, ebenso wenig wie vom Clickertraining, trotzdem achte ich stets drauf Fortschritte mit einer positiven Verstärkung zu Belohnen. Das können zum Beispiel zeitweise „absolute Freiheit“ im Anschluss eines guten Galopps sein, aber auch guter Zuspruch (Augenmerk auf Stimmlage) und sanfter Körperkontakt (also kein starkes Klopfen, sondern Streicheln und Kraulen) sein. Mein Motto ist dabei: Wenn das Pferd etwas Gewolltes gut absolviert hat, gebe ich ihm das Gefühl, das am meisten geliebte und aller beste Pferd der Welt zu sein.
    Leckerlis und Clicker lehne ich dahingehend ab, weil ich möchte, dass das Pferd mit MIR in die Kommunikation tritt und nicht mit dem, was ich in der Hand habe – besonders weil ich schon die ExtremBespiele gesehen habe, dass ein Pferd nicht mehr mit von der Wiese gekommen ist, wenn es den Clicker in der Hand des Menschen nicht sehen konnte.
    Neue Dinge lehre ich nie nach „Schema F“. Manchmal geht es auch über eine Eselsbrücke oder einen Umweg besser, als es auf dem direkten Weg zu erzwingen.
    Grundsätzlich achte ich aber darauf, dass ich mir keinen Zeitdruck setze und mir und der Pferd soviel Zeit wie möglich gebe. Jeder Schritt in die richtige Richtung wird belohnt. Möchte ich z.B. dass das Pferd Seitwärtsgänge erlernt, fordere ich das Pferd (Hilfenverständnis des Pferdes vorausgesetzt – manchmal keine Selbstverständlichkeit) vorerst dazu auf, irgendeine erdenkliche seitliche Bewegung über Bein, Gewicht und Stellung zu erreichen und löse nach zwei bis drei Schritten wieder in eine angenehme „freie“ Vorwärtsbewegung. Das Ganze geht in die Wiederholung und stapelt sich. Stück für Stück soll die Bewegung immer deutlicher und immer ausdauernder werden. Erst wenn sich das Pferd im seitwärts „gurken“ wohl fühlt versuche ich die Bewegung auf die gewünschte Linie zu bringen. Step by Step. Gerade bei nervöseren Pferden hat dieser Ansatz sich schon oft bewährt. Speziell Pferde die eine grundsolide Vorausbildung genossen haben, verstehen das, was der Reiter will oft sehr schnell. Viele Pferde, denen ich begegnet bin wussten nicht einmal, dass der Zügel nicht nur zum Lenken und Halten zu verbuchen ist.
    Wobei man zur Grundsubstanz kommt: Das Pferd nicht überfordern – eine Sache durchziehen, dann erst die Nächste
    Wenn ich mich an ein „unausgebildetes“ Pferd setze und zwei Einheiten den Spanischen Schritt vom Boden aus übe, dann zwei Einheiten an die Versammlung im Galopp gehe, dann nochmal Seitengänge verrichte und dann nach einer Woche wieder erwarte, dass der Spanische Schritt noch vollständig sitzt, habe ich nicht verstanden, dass sich die Synapsen im Kopf der Pferdes, ähnlich wie die Muskulatur, nicht nach kurzzeitiger Stimulation über eine Woche konsequent halten.
    Ich führe immer wieder Dinge durch die das Pferd kennt, um den Kopf des Pferdes zu entspannen und eine stressfreie konzentrierte Arbeit zu erreichen. Erst dann setze pro Einheit eine, maximal zwei Neuerungen rein. Erst wenn die erste Neuerung „im Schlaf“ funktioniert, setze ich eine weitere hinten an ohne die erste zu vernachlässigen – vergleichbar mit einem Vokabel Lernkasten. Wenn ein Reiter nur zweimal pro Woche Platz auf dem Rücken seines Pferdes findet und sonst auch niemand das Pferd ausbildet (ja sowas gibt es leider) und erwartet, damit in eine L-Dressur zu gelangen ist das ganze utopisch. Wenn ich einmal im Monat für ein paar Minuten den Spanischen Schritt übe, wird es ewig dauern, bis es wirklich abrufbar wird.

    Immer vom Fundament zum Turm. Wenn das Fundament nicht steht oder rissig ist, zuerst zurücktreten und Flicken, bis es weiter an den Bau des Turmes geht.

  19. isabell Heyden
    | Antworten

    Meine Ponys lernen Reit-Lektionen über kleine Wiederhohlungen – halbstündige Reitphasen – damit am nächsten Tag noch „Kraft“ da ist und natürlich Stimm-Lob mit Streicheln des Widerristes/Halses – ich lache auch oft und streichel ihn dann. Ich glaube, das kommt auch an…
    vom Boden aus lernen sie mit Stimme und manchmal Leckerli -Zu oft geht das aber nicht, weil ich sie dann „in meiner Tasche sitzen habe“ …

  20. Conny
    | Antworten

    Jedes meiner Pferde lernt anders. So wie jeder Mensch ein anderes Lernverhalten zeigt. So wie ich ein eigenes Lernverhalten habe. Lernverhaltenn sehe ich indivieduell. Daher mag ich auch nicht klickern und spezielles Futterlob, es impliziert eine Black Box im Pferd, also keinerlei kognitive Fähigkeiten. Strigtes Reiz – Reaktionsschema. Dies lehne ich persönlich aus vielerlei Gründen ab. Wie lernen die Pferde nun, die mit mir Umgang haben. Oder andersherum, wie nehme ich Pferde wahr, in ihrer Persönlichkeit. Das Wesen unter der Hülle Pferd – dazu beobachte und fühle sie. Erkenne Eigenheiten und spreche sie dann, als Persönlichkeit an. Ich stehe zu meinen Schwächen und erkenne ihre Stärken und wir lernen von einander. Lob. Es kann ein Gefühl sein, das für Freude und es überträgt sich. Zuerst fühle ich Freude über kleine Dinge, minimalste Dinge, Dinge die den natürlichen Verhalten entsprechen. Haben die Pferde das Gefühl für menschliche Freude verstanden, dann freue ich mich einfach, wenn wir gemeinsam was erreicht haben. Sie verstehen das und lernen, das dieses gute Gefühl die der Freude unser roter faden ist. Sie spüren, dass ich sie als Persönlichkeit wahrnehme, ja lernen .. wir entwickeln uns gegenseitig, lernen ist das Abfallprodukt. Und Leckerlis schmeckenn auch einfach mal so. Zwischendurch und als besondere Freude.

  21. Frauke Mayer
    | Antworten

    Ich habe einen sehr guten Lehrmeiister, einen Andalusier aus deutscher Zucht (Eichenlaub Ranch, Heike und Erich Smirr). Er lernt einerseits durch Zuschauen, Abschauen in der Freiarbeit (er schaut wirklich auf die Füße z. B. beim Galopp, wehe, ich galoppiere falsch an …) oder läßt sich stückweise anleiten, naja, meist ist er zu ungeduldig mit sich … oder bin ich es selbst? Aber ausprobieren muss er es dennoch selbst, und die Belohnung (Stimme) bestätigt ihn dann … auch, wenn er mal eine spektakuläre Lösung sucht … im Endeffekt ist er ein top Energiesparmodell, der schnell die einfachste Ausführung entdeckt … es ist an uns zu entdecken und zu erkennen, warum etwas nicht verstanden wird! Die besten Erfahrungen habe ich in der jüngsten Zeit damit gemacht, das ich mir alles in Bildern vorgestellt habe … das hat er am besten verstanden!

  22. Tineke
    | Antworten

    Meine Reitbeteiligung (ein Haflinger, 14 Jahre) lernt sehr langsam, man muss Sachen zwar sehr oft wiederholen, aber wenn er dann einmal etwas verstanden hat ist das auch 100%ig abrufbar.
    Dabei arbeite ich vor allem mit Stimmlob da er sonst nur nach Leckerchen giert und sich nicht mehr konzentriert. Bei Tricks muss man ihn so lange Nerven bis er das gewünschte dann macht, wohingegen bei Reiterlichen Lektionen viel Ruhe nötig ist um ihm Stück für Stück verständlich zu machen was man gerne möchte. Oft passiert das gewünschte dann auch aus Versehen und er ist total überrascht dass er in den Himmel gelobt wird 😉
    Ganz wichtig bei ihm ist es ihm danach Zeit zu geben über das ganze nachzudenken, hektisches weitermachen weil er gerade einmal geklappt hat ist überaus Kontraproduktiv.

  23. Kristina Hepper
    | Antworten

    In einem viertel Jahrhundert Arbeit mit Pferden sind mir viele unterschiedliche Lerntypen begegnet.
    Am Beeindruckendsten fand ich jedoch die Erfahrungen mit meinen Beiden arabischen Hengsten, deren vorherige Lernbiografie nicht unterschiedlicher hätte verlaufen können.

    Ghassan, Deckname „Casi“ kam mit 19 Jahren aus einer Beschlagnahmung zu mir und zeigte mir, dass ich bisher eigentlich keine Ahnung davon hatte, wie Pferde lernen und kommunizieren.
    Dieses Pferd lebte über 17 Jahre als Deckhengst in einer gemischten Herde, war gerade mal halfterführig und ein extremer Macho.
    In nunmehr 3,5 Jahren die er bei und mit mir lebt habe ich feststellen dürfen, dass er am Besten durch beobachten und zeitlich 100% richtig gesetzte positive Verstärkung durch Stimmlob und Körpersprache lernt. Klare Grenzen, absolute Vorhersehbarkeit meines agierens und liebevolle Konsequenz sind im Umgang mit ihm unabdingbar. Futterlob hat sich bei ihm nur dann als richtig und förderlich erwiesen, wenn er nervös auf die gestellte Aufgabe reagiert. Da er jahrelang hungerte wird er zu schnell gierig, respektlos, hektisch und beginnt permanent auf das Leckerlie- Behältnis zu starren.

    Assuan, Deckname „Shui“ ist ein Araber aus einer Zirkusauflösung, der Casi als Gesellschafter dient und schon fast auf dem Schlachttransport stand. Shui ist im Zirkus groß geworden und kennt das Futterlob besser, als das Lob durch die Stimme. Abschauen oder vormachen von Bewegungen führen bei ihm nicht zum Lernerfolg. Für ihn ist es nötig deutlich zu spüren was er tun soll. Das bedeutet für mich, dass ich zum Beispiel die zu bewegenden Beine anheben muss und dann das Futterlob einsetzen kann.
    Diese Art des Lernens ist die, die ich bei den meisten Pferden kennengelernt habe, bis Casi kam.
    Für mich hat sich dadurch die Frage aufgeworfen, ob „unbelastete“ Pferde „anders“ lernen, als solche, die früh vom Menschen ausgebildet wurden.

    Deutlich ist für mich, dass das „Lernen am Modell“ instinktiv in den meisten Lebewesen verankert ist und, so meine These, die Pferde die „anders“ mit dem Menschen kommunizieren und lernen „umgepolt“ wurden.

    • Kristina Hepper
      | Antworten

      Eine Aufgabe die mir bei Assuan Kopfzerbrechen bereitete, war sein Tick unablässig zu scharren sobald ich mich ihm näherte.
      Nachdem mich zunächst Verzweiflung übermannte, da er keine Eisen trägt und eh schon problematische Hufe hat, begann ich etwas in den Augen der meisten Menschen völlig verrücktes zu tun.
      Sobald er scharrte zeigte ich mit dem Zeigefinger auf das betreffende Schulterblatt, gab ein Stimmkommando und ein Leckerlie. Es dauerte drei Tage bis er begriff, dass das Scharren nur dann lohnenswert ist, wenn er vorher das Kommando bekommt. Scharrte er ohne Kommando brach ich jegliche Kommunikation durch umdrehen meines Körpers ab und wendete mich ihm erst dann wieder zu, wenn er still stand.
      Ich wandelte also ein unerwünschtes Verhalten in ein erwünschtes um ohne, dass er dabei Stress gehabt hätte, was bei ihm bis heute zu blanker Panik führt.

      Seit dem muss ich mir keine Gedanken mehr um seine Hufe machen.

  24. Andrea
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    Ich arbeite mit meinem mit der Clickermethode. Wobei ich keinen Clicker benutze sondern ein Code-Wort resp. ein Code-Ton und danach folgt Futterlob. Macht mein Pferd etwas sehr gut oder will ich ihm etwas neues Beibringen dann arbeite ich mit dieser Methode. Auch wenn man immer wieder hört man züchtet sich einen „Bettler“ heran kann ich dies nicht bestätigen. Mein Pferd weiss, dass es bei mir nur etwas gibt nachdem der Code ertönt ist. Sonst gibt es bei mir nichts aus der Hand. Mein Pferd ist sehr sensibel und eher von ängstlicher Natur. Jedoch konnte ich ihm schon viele Ängste mit dieser Technik nehmen und er ist immer total motiviert bei der Sache. Auch habe ich ihm gelernt wenn er von etwas Angst hat oder etwas das erste Mal sieht das Objekt anzusehen. Ich sage ihm dann „geh schauen“ und wenn er das Objekt mit den Nüstern berührt erfolgt der Code und dann das Futter. So habe ich ihm übrigens auch gelernt Dinge vom Boden aufzuheben:-).

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