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Ergebnisse der Umfrage zu Reitlehrern: Mobil und qualifiziert

Sind Reiter Bildungsmuffel, die an jedem Reitunterricht herummäkeln und möglichst wenig dafür bezahlen wollen, wie es manche Diskussion in Sozialen Medien vermuten lässt? Das wollten wir genauer wissen. An unserer Umfrage haben sich innerhalb von fünf Tagen 1461 Reiter beteiligt.

Foto: www.slawik.com

Die Umfrage ist nicht repräsentativ, vermittelt aber einen guten Eindruck, wie lernwillig diejenigen sind, die an der Umfrage teilgenommen haben. Die gute Nachricht vorweg: 51,5% der Befragten nehmen ein- bis mehrmals die Woche Unterricht.  Nur 14 (1%) gaben an gar keinen Unterricht zu nehmen und das auch nur deshalb, weil sie noch keinen geeigneten Trainer gefunden haben.

Der Preis für eine Unterrichtseinheit mit 60 Minuten (immer ohne Fahrtkosten) liegt für 41,3% bei bis zu 30 Euro. Bis zu 15 Euro zahlen 8,8% (128), 20 Euro 10,3% (150), 25 Euro 8,9% (129) und 30 Euro bezahlen 13,3% (193).

Deutlich mehr bezahlen 47,3% der Befragten, nämlich zwischen 35 und 60 Euro pro Unterrichtseinheit. 11% (159) gaben an 50 Euro pro Stunde zu bezahlen, 10,8% (157) müssen dafür 60 Euro auf den Tisch legen.

11,3 Prozent greifen noch tiefer in die Tasche, um den Reitunterricht zu bezahlen: Hier liegt der Preis zwischen 65 und mehr als 100 Euro pro Unterrichtseinheit: 1,5% (22) zahlen 100 Euro, 0,6% bezahlen sogar mehr als 100 Euro. Interessanterweise ist im hochpreisigen Segment die Unzufriedenheit mit dem Reitlehrer deutlich geringer, als im mittleren Preisbereich: Nur 2 von 22 Befragten, die 100 Euro pro Stunde zahlen, halten das für zu teuer.

Insgesamt befinden 82,2% (1193) den Preis, den sie für Unterricht bezahlen, für angemessen. 9,8%  (142) halten ihn für zu teuer, im Gegensatz dazu beurteilen 8% (116) den Unterricht als zu preisgünstig.

Und noch eine gute Nachricht für die Reitlehrer: 66,8% der Schüler möchten gleichbleibend viel Unterricht nehmen, 22,5% würden sogar mehr Unterricht nehmen wollen, was aber häufig am finanziell engen Spielraum scheitert. Im Gegensatz dazu sind „nur“ 10,8% unzufrieden oder auf der Suche nach einem neuen Reitlehrer.

Während es bis in die 90ger Jahre des vergangenen Jahrhunderts als normal galt, dass ein fest angestellter Reitlehrer im Reitstall war, hat sich das heute grundlegend gewandelt: Die Reitlehrer von heute sind mehrheitlich mobil (53,3%, das entspricht 770 der Befragten). Stationär am Stall sind nur noch 32,4% (465) beheimatet.

Was die Qualifikation der Reitlehrer angeht, haben Ausbildungen im Bereich der FN und deren angeschlossenen Verbände immer noch die Nase deutlich vorn, nämlich mit 62,7% (910). Eine Ausbildung im Rahmen alternativer Reitweisen, wie der Akademischen Reitkunst oder nach der Ecole der Légèretè, haben 15,3% (222) der Reitlehrer aufzuweisen und 12,1% (176) der Trainer haben sogar mehrere der genannten Qualifikationen erworben. Keinerlei der genannten Qualifikationen haben 9,9% (143) der Trainer aufzuweisen. Was diese nun befähigt Unterricht zu erteilen, bleibt unklar – weil wir das so nicht abgefragt haben.