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Der Verdachtsfall des Ausbildungsstalls M. in Norddeutschland

Vorwürfe von Sporenwunden, wunde Mäuler und Schaufel-Schläge: Das sind nur einige der Probleme, mit denen die ehemalige Pflegerin Sherry des Ausbildungs- und Verkaufsstalls M. vor zwei Wochen über soziale Medien an die Öffentlichkeit trat. Eine Recherche zwischen möglichem Tierleid oder: Wie arbeiten wir potenzielle Tierschutzfälle journalistisch auf?

Mit dem Post wird auch ein Video veröffentlicht, das B.M. zeigt, wie er den Hengst  „Time Square“ reitet: mit Schlaufzügeln eng eingerollt und deutlichem Sporen- und Gerteneinsatz. Kein schöner Anblick und einer, der mich hellhörig werden lässt. Denn die erste journalistische  Frage, die sich mir bei solchen Bildern und Videos stellt, ist: Ist das ein Einzelfall oder ein systemisches Verhalten?

Das Posting von Sherry schlägt ein wie eine Bombe. Jurist André Hascher von der Initiative R-Haltenswert stößt darauf. In einem Gespräch, das als Podcast geplant ist, befragt André Hascher Sherry . Gut 15 Minuten schildert die ehemalige Pflegerin, was sie im Ausbildungsstall M. erlebt haben will. Widersetzte sich ein Pferd, so Sherry, seien Sporen und Gerte massiv eingesetzt worden. Anschließend sei es der Job der Pflegerinnen gewesen, die Wunden zu behandeln und wenn nötig vor den Pferdebesitzern, falls die zu Besuch kamen, die Spuren zu kaschieren.

Die Vorwürfe sind massiv. André Hascher und R-haltenswert-Gründerin Viktoria Auracher wollen den Podcast so nicht veröffentlichen, weil sie finden, dass der Fall  intensiver journalistischer Recherche bedarf – und so landet er auf meinem Schreibtisch.

Persönliche Beweggründe von Sherry?

Ein erstes Gespräch mit Sherry. Sie war von November 2024 bis Ende September 2025 im Ausbildungsstall M, seit Januar dort fest angestellt. Die Betreiber kündigten ihr nach einer persönlichen Auseinandersetzung, das sei Ende September gewesen. Hat sie jetzt aus persönlichem Frust diese Missstände öffentlich gemacht? Sherry räumt ein, dass sie über die Auseinandersetzung enttäuscht gewesen sei: „Doch das ändert nichts an dem brutalen Umgang mit den Pferden im Ausbildungsstall M.“

Warum ist sie dann nicht schon viel früher gegen diese Missstände vorgegangen: „Ich habe zwar immer wieder gesagt, dass ich das nicht ok finde, doch die M´s haben das einfach abgetan. Und ich wollte meinen Job ja nicht verlieren.“

Sherry erstattet nach ihrem Posting in den sozialen Medien online eine Strafanzeige bei der Polizei gegen den Ausbildungsstall M. wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Erste Stellungnahme des Ausbildungsstalls

„Höre auch den anderen Teil“, gemäß diesem journalistischen Grundsatz rufe ich B.M. am 21.11. an, konfrontiere ihn mit den Vorwürfen seiner ehemaligen Angestellten. Ist es tatsächlich so, dass Gewalt zu seinem Ausbildungssystem gehört, weil nur so widersetzliche Pferde lernen würden? Dass Pferde gebrochen werden müssen, damit sie gehorchen? „Das ist absolut danebengegriffen“, sagt B.M.: „und hat nichts mit unserer Ausbildungsphilosophie zu tun. Das Ganze ist eine riesige Intrige, ein abgekartetes Spiel. Das können wir anhand von Chatverläufen belegen.“ B. M. bestreitet jeden Vorwurf und erzählt, dass am 19.11.25  Mitarbeiter des Veterinäramtes vor Ort gewesen seien und alle Pferde inspiziert worden seien: Das Ergebnis des Veterinäramtes mailt mir A.M. später. Alle Pferde seien in einem sehr guten Allgemeinzustand, „insbesondere bezogen auf Fütterung, Pflege und Verhalten. Es wurden keine Hinweise auf eine tierschutzwidrige Ausbildung festgestellt.“

Was die Behörde dabei jedoch nur feststellen kann, ist der Zustand zum Zeitpunkt der Überprüfung. Eine rückwirkende Kontrolle früherer Vorgänge ist kaum möglich.

Im Fall von Sherry bedeutet das: Die von ihr geschilderten Vorfälle betreffen jedoch einen Zeitraum, der bis Ende September zurückreicht. Das Veterinäramt konnte daher lediglich prüfen, wie die Situation am Tag der Kontrolle war – nicht aber, ob zu früheren Zeitpunkten Probleme vorlagen.

Bis hierhin gibt es also die Aussage einer enttäuschten Ex-Angestellten, eines ehemaligen Arbeitgebers, der alle Vorwürfe vehement bestreitet, und die Aussage zweier Mitarbeiter des Veterinäramtes, die den Pferden zum Zeitpunkt der Kontrolle einen guten Zustand attestierten.

Pflegerin Petra

Doch Sherry ist nicht die einzige, die problematisches Verhalten im Stall M. beobachtet haben will. Die Namen aller nachfolgenden Interviewpartner sind verändert, liegen der Redaktion aber im Original vor. Im Laufe der Recherche spreche ich mit zwei weiteren ehemaligen Pflegerinnen des Stalls M. Sie möchten in der Öffentlichkeit nicht genannt werden, sind aber bereit, Aussagen bei der Polizei zu machen. Dies frage ich in dem Fall jeden meiner Interviewpartner, denn die Aussagebereitschaft vor der Polizei macht für mich die Aussage glaubwürdiger. Daneben zeichne ich mit Zustimmung jedes Einzelnen, die Interviews auf.

Petra arbeitete als Pflegerin etwa ein Jahr im Stall M. und hatte vor ihrem Arbeitsantritt dort wenig Erfahrung mit Pferden. Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Pferde nachdem sie geritten worden waren, abzupflegen, sie also abzusatteln und zu versorgen: „Teilweise hatten die Pferde die Mundwinkel auf. An den Seiten, wo die Sporen sind, war Blut. Und ich, ohne Erfahrung, habe dann gesagt: ‚Gucken Sie mal hier, das blutet.‘ Da wurde mir nur gesagt, ja, das ist normal, das muss so. Die sind stark und wehren sich und das müssen die halt lernen.“

Pflegerin Stina:

Stina war etwa zwei Jahre für die Pflege der Pferde im Ausbildungsstall M. zuständig. Hat sie offene Maulwinkel oder Sporenwunden gesehen? „Ja“, sagt sie, und: „Es war tatsächlich auch so, dass wir ganz oft irgendwelche offenen Wunden pflegen mussten.“ Dazu sollen auch Wunden unter dem Bauch gehört haben, die durch Gertenschläge vom Boden aus entstanden sein sollen.

Angestellte Heike

Die ehemalige Angestellte Heike möchte ebenfalls anonym bleiben. Ob sie in ihrer Zeit dort einmal erlebt habe, dass jemand hart gegenüber Pferden vorgegangen sei? „Absolut, das habe ich ständig erlebt.“ Nach dem Reiten hätten sich die Pflegerinnen um die Pferde kümmern müssen: „… dass die Wunden versorgt werden. Also eben die Maulwinkel einbalsamieren, teilweise hatten die Pferde ja auch Cuts auf der Zunge und Löcher von den Sporen.“ .

Zwei weitere Beobachterinnen

Die beiden jungen Frauen schilderten mir teils jahrelang zurückliegende Erlebnisse mit dem Ausbildungsstall M. Die unterschiedlichen Erlebnisse verbindet jedoch eines: Wenn Pferde nicht „funktionierten“, so die Auskünfte der beiden Frauen, sei mit Druck vorgegangen worden: mit Schlaufzügeln, Peitsche und Sporen.

Die bisherigen Interviewpartnerinnen

Neben der ehemaligen Angestellten Sherry, die den Stein ins Rollen gebracht hat, gibt es also weitere fünf Frauen, die Beobachtungen im Ausbildungsstall M. gemacht haben wollen, während sie dort waren. Bis auf drei Fälle, dazu gleich mehr, gibt es aber nur ungefähre Zeitangaben, wann etwas passiert sein soll. Nämlich während des Zeitraumes, in dem die Frauen vor Ort waren. Drei der ehemaligen Angestellten haben zusammen eine lange Liste mit Pferdenamen erstellt, welche angeblich betroffen gewesen sein sollen.

Die Anwältin des Ausbildungsstalls M.

Nachdem Sherry ihr Post am 19.11. veröffentlicht hatte, recherchierte ich, bevor ich am 21.11. auf unserer Seite ein erstes Posting teilte. Dessen Inhalt war knapp und sagte nur, dass wir von dem Fall gehört hatten und recherchieren. Da unser Postfach mit Anfragen dazu überläuft, machte ich noch zwei weitere Posts, nämlich am 22. und noch einmal am 27. November. Am 25. 11. erhielt ich von der Anwältin R., die den Ausbildungsstall vertritt, eine Mail mit sieben PDF-Anhängen.  Eine Datei trägt den Namen “Schreiben an Claudia Sanders (2.Gegner).pdf“ und beinhaltet lediglich das eigentliche Anschreiben, dass mir auf Wunsch vom Ausbildungsstall M. Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Ein weiteres Anschreiben der Rechtsanwältin bekomme ich am 27. November, in dem mir vorgeworfen wird, dass ich eines der Originalbilder aus Sherrys ursprünglichem Post verwendet hätte. „Durch die Übernahme des Originalfotos von Frau X. war die Herleitung zum Ausbildungsstall M. für alle Facebook User herzuleiten.“ Zudem erwähnt sie, dass ich dieses Bild erst Tage später unkenntlich gemacht hätte. Ich antworte, dass ich zu keiner Zeit ein Originalbild, sondern immer nur eine „Negativ-Variante“ verwendet habe. Falls das anders sei, könne sie dies aber doch bestimmt durch einen Screenshot nachweisen? Es wird nicht das letzte Frage-Antwort-Spiel bleiben.

Am 27. 11 schicke ich der Anwältin einen Katalog mit 30 Fragen um ihren Mandanten die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Ich bitte um Antwort innerhalb einer Woche.

Pünktlich am 4. Dezember erhalte ich die Stellungnahme des Ausbildungsstalls M. mit Antworten. Auf den detaillierte Fragenkatalog wird nur teilweise eingegangen, die zehnseitige „Presseerklärung“ möchten die Betreiber des Ausbildungsstalls bitte komplett abgedruckt wissen und nicht nur in Teilen. Ich weise darauf hin, dass das keiner journalistischen Gepflogenheit entspricht: „ Eine journalistische Veröffentlichung besteht nicht aus dem unkommentierten Abdruck umfangreicher Textblöcke, sondern aus einer zusammenfassenden, einordnenden und sorgfältig geprüften Darstellung. Der komplette Abdruck sämtlicher Ausführungen – bildlich gesprochen ein Vorgehen wie bei der Veröffentlichung eines ganzen Romans – ist weder üblich noch redlich. Selbstverständlich werde ich jedoch alle zentralen Punkte inhaltlich korrekt wiedergeben.“

 Stellungnahme des Ausbildungsstalls M. zu den Vorwürfen der Interviewpartnerinnen

Zu den verschiedenen Vorwürfen der ehemaligen Pflegerinnen heißt es in der „Presseerklärung“ vom 4.12.: „Es gab zu keinem Zeitpunkt Beschwerden aufgrund von Verletzungen der in unserer Obhut befindlichen Beritt- und Ausbildungspferde seitens der jeweiligen Eigentümer, geschweige denn kam es zu Beschwerden und Unzufriedenheiten hinsichtlich möglicher Verletzungen des Tierwohls von Kunden und Geschäftspartnern.“ Zudem wird angemerkt: „Es handelt sich um pauschale Behauptungen, die nicht mit konkreter Sachverhaltsschilderung belegt sind.“

Blutige Wunden habe es nicht gegeben und, so heißt es in der Presseerklärung: „Wir können nicht ausschließen, dass es in den letzten Jahren, naturgemäß gerade bei frisch geschorenen Pferden, bzw. bei Pferden im Fellwechsel, den ein oder anderen, minimalen und völlig natürlichen, individuellen Fellabrieb oder eine entsprechende Hautirritation an den üblichen Kontaktpunkten am Pferdeleib gab. Jedoch wies kein einziges unserer Berittpferde blutige Flanken oder verletzte Maulwinkel auf.“

Die Betreiber des Stalls verweisen außerdem darauf, dass, wenn es denn tierschutzrelevante Vorfälle gegeben hätte die Mitarbeiterinnen mit ihren Mobiltelefonen „rund um die Uhr Gelegenheit gehabt hätten, dokumentarisch engagiert (…) aktiv zu werden.“ Schließlich heißt es: „Unter Vorlage einer entsprechenden Dokumentation bitten wir um konkrete Auskunftserteilung, wann, welches Pferd welche angebliche Misshandlung im Einzelnen durch uns erlitten haben soll, damit wir abschließend auf diese Vorwürfe Stellung nehmen können.“

Fälle, die zeitlich konkreter eingeordnet werden können

  1. Das Video mit dem Hengst „Time Square“

Ein Eindruck vom Reitstil des Ausbilders ergibt sich aus einem Video, das Sherry zuerst gepostet hatte. Mit massiven Schlaufzügeleinsatz reitet er dort den Hengst „Time Square“, dessen Nase fast bis auf die Brust gezogen ist.  In einer ersten Stellungnahme auf Facebook vom 21. November sagt B.M, dass das Video „manipuliert und mit Fotos eindrucksvoll , dramatisch geschmückt“ worden sei. Am 25.11. ließ mir M. über seine Anwältin eine weitere Stellungnahme zukommen, in der es heißt, dass das Video von Sherry im Auftrag von M. angefertigt worden sei, denn: „Dies war auch so gewollt, es sollte anschließend eine Auswertung des Rittes erfolgen. Hierbei kam der Reiter zu dem Ergebnis, dass die dort gezeigte Art und Weise des Reitens nicht zielführend ist.“

Eine Einschätzung, die wohl auch die Besitzer des Pferdes, Gestüt Schäplitz teilten: Sie gaben am 23. November in sozialen Medien bekannt, dass sie den Berittvertrag mit dem Ausbildungsstall M. fristlos gekündigt hätten.

In den Unterlagen, die mir M.´s Anwältin zukommen ließ, befindet sich auch die Bescheinigung eines Tierarztes, der Times Square im Beisein von B.M. am 24.11. 25 untersucht haben soll: Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden, auch nicht in der Maulhöhle oder an den Maulwinkeln.   In der jüngsten „Pressemitteilung“ vom 4.12. geben die Betreiber des Ausbildungsstalles M. nun an, dass sie ihrerseits das Berittverhältnis schon vor der Veröffentlichung des Videos gekündigt hätten.

Zum Verhalten des Hengstes während des Rittes heißt es: „Insbesondere wird nicht gezeigt, dass der Hengst sich zuvor den Hilfen massiv entzogen hatte und an diesem Tag sehr widersetzlich war.“ Insgesamt, sodass Fazit des Ausbildungsstalles: „Der, wenn auch unrealistisch gekürzte und damit veränderte, gezeigte Ausschnitt der diskutierten Trainingseinheit ist sicher kritikfähig, er stellt aber keine tierschutzwidrige Handlung dar.“

  1. Schaufelschläge?

Ein Vorfall aus dem Januar 2025 ist Sherry besonders im Gedächtnis geblieben: A.M. habe das Pferd V. geritten. Das habe sich widersetzt und sei in die Luft gestiegen. Die Reiterin sei abgestiegen und habe die Pflegerinnen angewiesen, die Plattschaufel zu holen. Das Pferd sei in der Stallgasse angebunden worden und A.M habe, so Sherry, das Pferd mit der Schaufel geschlagen. Der Vorfall sei von mehreren Leuten beobachtet worden, die jedoch alle geschwiegen hätten „weil wir alle komplett unter Schock standen“.

Petra sagt, dass sie auch bei dem Vorfall dabei gewesen sei: „Dann haben Sherry und ich schon gesagt:  ‚Hey, das reicht jetzt.‘ Und dann wurden wir halt sehr schroff zurückgewiesen. Deswegen haben wir uns auch nicht mehr getraut, uns einzumischen, weil wer weiß, was passiert wäre.“ Neben den beiden Pflegerinnen sollen mindestens noch zwei Männer Zeugen dieses Vorfalls sein. Mit einem davon habe ich gesprochen, er hat mir seine Darstellung der Szene bestätigt. Er ist allerdings nicht bereit dies öffentlich zu bezeugen.

Die Betreiber des Ausbildungsstalles bestreiten ein solches Vorkommnis: „V. wurde zu keinem Zeitpunkt mit einer Schaufel auf den Kopf geschlagen.“ Zudem seien bei der Kontrolle des Veterinäramtes am 19.11. bei dem Pferd keinerlei Narben noch sonstige Auffälligkeiten festgestellt worden. Das Protokoll des Veterinäramtes ließ mir M.s Anwältin ebenfalls zukommen, demnach seien alle Pferde in einem guten Zustand und ohne Auffälligkeiten.

  1. Das Foto der Hinterhand: Peitschenstriemen oder Nesselfieber?

In ihrem Post hatte Sherry auch das Foto einer Pferdehinterhand eingefügt, auf der Striemen zu sehen sein sollen. Diese, so Sherry, seien am 18.2.25 durch wiederholte Peitschenschläge von B.M. entstanden, davon betroffen sei die Stute S. gewesen. In der ersten Stellungnahme des Ausbildungsstalles M. heißt es: Es sei nicht möglich, diese Pferdekruppe einem konkreten Pferd zuzuordnen: „Richtig ist, dass es ein Pferd mit Symptomen des Nesselfiebers im Jahre 2024 gab. Wir vertrauen darauf, dass eine fachkundige Person das Foto mit seiner Aussage richtig einordnen wird.“ Ich habe daher nachgefragt: Wenn es ein Pferd mit Nesselfieber in dem Stall gab, müsse es wohl auch vom Tierarzt behandelt worden sein, der eine Rechnung dazu ausgestellt habe? Antwort aus der „Presseerklärung vom 4. Dezember 2025: „Bereitwillig (…) und äußerst kooperativ haben wir uns trotzdem mit jedem Besitzer in Verbindung gesetzt und um eine Auskunftserteilung bezüglich etwaiger Rechnungen und um eine Auskunftsbefugnis bezüglich etwaiger Rechnungen und Behandlungen gebeten. Leider haben wir von den Eigentümern keine Zustimmung zur Weitergabe der Dokumente erhalten und auch im Rahmen des Datenschutzes stoßen wir an unsere Grenzen.“

Wie es weiter geht: FN-Verbandsintern

Auf meine Nachfrage hat die Justiziarin der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Dr. Kristin Mütze, bestätigt, dass der Fall um den Ausbildungsstall M. in Warendorf eingegangen sei: „Wir prüfen derzeit, ob ein Disziplinarverfahren eröffnet wird.“

Wie es weiter geht: Strafrechtliches Verfahren?

Da Sherry bei der Polizei Anzeige gegen die Betreiber des Ausbildungsstalls M. erstattet hat – wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz –, prüft die Polizei nun, ob genügend Beweise vorliegen. Diese werden anschließend der Staatsanwaltschaft übergeben, die erst dann  entscheidet, ob sie ein Strafverfahren gegen die Betreiber eröffnen wird.

Wie es weiter geht: Journalistische Aufarbeitung

In den vergangenen zwei Wochen habe ich mehr als ein Dutzend Interviews geführt. Nicht alle Gesprächspartner möchten öffentlich zitiert werden. Sieben von ihnen   (ohne Sherry) berichteten mir von Situationen, in denen sie ihrer Wahrnehmung nach einen sehr harten Umgang mit einzelnen Pferden im Ausbildungsstall M. erlebt hätten.

Es gibt einen Fragenkomplex, zu dem eine Stellungnahme des Ausbildungsstalls noch aussteht. Sobald diese vorliegt, berichten wir selbstverständlich weiter.

Theoretisch.

Praktisch erreichte mich unterdessen ein vierseitiges Schreiben der anwaltlichen Vertretung des Ausbildungsstalls – dieses Mal mit dem Betreff „Name Ausbildungsstall ./. Dressurstudien“ und der Ankündigung, dass sowohl der Betrieb als auch dessen Sponsoren sämtliche juristischen Schritte prüfen wollen, um sich gegen meine vermeintlich tendenziöse Berichterstattung zu wehren. Und dass sie eine Beschwerde beim deutschen Presserat  einreichen werden. Das steht selbstverständlich jedem frei.

Mich hindert das aber nicht daran, diesen Artikel zu veröffentlichen.

Na dann: Die Recherche bleibt spannend. Und sie geht weiter.

 

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