
Felix Bürkner war einer der bedeutendsten deutschen Dressurreiter seiner Zeit. Geboren wurde er am 15. Mai 1883 in Göttingen, gestorben ist er am 17. November 1957 in Hannover. Diese nüchternen Daten werden seinem Leben allerdings kaum gerecht. Als Rittmeister und Eskadronchef nahm er am Ersten Weltkrieg teil. 1939 übernahm er die Leitung des Schulstalls der Heeres-Reit- und Fahrschule in Hannover. Doch diese Stationen sind letztlich nur der äußere Rahmen eines außergewöhnlichen Reiterlebens.
Genau davon erzählt Bürkner in seinem Buch „Ein Reiterleben“. Er nimmt die Leser mit von seinen ersten Anfängen im Sattel bis hin zu den Pferden, die ihn besonders geprägt haben. Das Buch ist keine Reitlehre im klassischen Sinn, sondern vielmehr ein zeithistorisches Dokument, das einen faszinierenden Einblick in die Reiterei einer vergangenen Epoche vermittelt. Gleichzeitig finden sich darin immer wieder Gedanken und kleine reiterliche Anregungen, die auch heute noch zum Nachdenken anregen.
Ich habe an diesem Buch große Freude. Es wird meine Sommerlektüre sein. Besonders gefallen mir die vielen kleinen Wissensperlen, die Bürkner ganz nebenbei einstreut. So erfährt man beispielsweise, dass Bürkner seine ersten Reitstunden an der Longe erhielt und sein erster Reitlehrer, Georg von Münchhausen, ihm dabei kleine Bälle zuwarf, die er während des Longierens auffangen musste. Ob man eine solche Übung heute noch einsetzen würde, steht auf einem anderen Blatt. Wissenswert und ausgesprochen vergnüglich zu lesen ist dieses Buch allemal.
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