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Monty Roberts im Alter von 91 Jahren gestorben

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Monty Roberts gibt Autogramme während der Equitana 2003. Foto: Wikipedia

Der weltweit bekannte Pferdetrainer Monty Roberts ist am 1. August 2026 in Kalifornien gestorben. Er wurde 91 Jahre alt. Mit ihm verliert die Pferdewelt einen Mann, der den Umgang mit Pferden über Jahrzehnte geprägt und verändert hat.

Bekannt wurde Monty Roberts vor allem durch das von ihm entwickelte Join-Up. Die Methode beruhte auf der Idee, mit dem Pferd über Körpersprache zu kommunizieren und seine freiwillige Annäherung und Mitarbeit zu erreichen. 1986 demonstrierte er das Join-Up erstmals öffentlich an der University of British Columbia in Vancouver.

Seine Bücher, allen voran der internationale Bestseller „Der mit den Pferden spricht“, und seine öffentlichen Demonstrationen machten ihn weit über die Pferdeszene hinaus bekannt. Auch in Deutschland arbeitete Roberts mit Pferden aus der Vollblutzucht und dem Galopprennsport, hier insbesondere mit dem Gestüt Fährhof. Seine Methoden wurden von zahlreichen Trainern aufgegriffen und über ein internationales Netzwerk von Ausbildern weitergegeben.

Monty Roberts war nicht unumstritten. Kritiker wiesen darauf hin, dass auch das Join-Up mit psychischem Druck arbeite: Das Pferd werde im Roundpen zunächst auf Distanz gehalten und zur Bewegung veranlasst, bis es bestimmte Signale der Unterordnung und Annäherung zeige.

Diese Einwände gehören zur fachlichen Auseinandersetzung mit seinem Lebenswerk. Sie ändern jedoch nichts daran, in welchem historischen Umfeld Monty Roberts seinen Ansatz entwickelte. Zu einer Zeit, in der junge Pferde vielerorts noch ganz selbstverständlich „gebrochen“ wurden, stellte er eine entscheidende Frage: Muss ein Pferd mit Gewalt dazu gebracht werden, einen Menschen zu tragen?

Seine Antwort lautete Nein.

Damit rückte Monty Roberts die Wahrnehmung des Pferdes, seine Körpersprache und die Möglichkeit einer Verständigung in den Mittelpunkt. Er brachte Millionen Menschen dazu, über Angst, Druck und Gewalt in der Pferdeausbildung neu nachzudenken. Vielleicht liegt darin sein größtes Verdienst: nicht darin, für alle Zeiten die perfekte Methode gefunden zu haben, sondern darin, eine bis dahin verbreitete Selbstverständlichkeit – nämlich die Gewaltanwendung gegenüber Pferden – grundsätzlich infragegestellt zu haben.

Dass wir heute über Freiwilligkeit, Vertrauen und einen faireren Umgang mit Pferden diskutieren, ist nicht zuletzt auch Monty Roberts zu verdanken.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und seinen vielen Wegbegleitern.

Quelle: Der Tod von Monty Roberts wurde am Sonntag durch seine langjährigen Weggefährten Dr. Andreas Jacobs und Simon Stokes vom Gestüt Fährhof bekannt gegeben. Ihre Mitteilung wurde unter anderem von GaloppOnline und dem südafrikanischen Rennsportmedium Sporting Post veröffentlicht.

(Foto: Monty Roberts bei der Equitana 2003, Wikipedia / Text:cls)