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Standpunkt: Gewichtige Probleme im Sattel

 

In Deutschland haben 53% der Frauen und 67,1% der Männer Übergewicht. Adipös, also krankhaft übergewichtig, sind 23,3% der Männer und 23,9% der Frauen. Und: Schon jedes siebte Kind bringt heute zu viel Gewicht auf die Waage. Im Laufe der vergangenen Jahre sind diese Quoten übrigens stetig angewachsen.

Wer einen Blick in deutsche Reithallen wirft, wird schnell sehen, dass sich diese Zahlen im Verhältnis auch auf Reiterinnen und Reiter übertragen lassen. Ob Sie übergewichtig sind oder nicht, wird anhand des sogenannten Body Mass Index (BMI) berechnet. Probieren Sie es doch einmal aus und lassen sich Ihren BMI berechnen. Wobei dieses kleine Tool hier natürlich nur ein Anhaltspunkt sein kann, da es Ihre individuelle Konstitution nicht erfasst.

(c) www.BMI-Rechner.net | BMI Kalkulator

 

Wessen BMI deutlich über den Normalgewicht liegt, lebt ungesund. Als Reiter wird er damit aber auch zum Problem im Sattel. Denn das Pferd ist nicht als Reit- oder Tragetier geboren. Die Rücken- und Bauchmuskeln beziehungsweise Bänder müssen mühsam trainiert und aufgebaut werden, damit das Pferd unter dem Menschengewicht gesund bleibt. So weit sind sich wohl auch alle Reiter einig.

Doch kaum ein anderes Thema wird so emotional diskutiert wie die Frage, wie viel Gewicht schließlich ein Pferderücken verträgt. Da ist von „Gewichtsträgern“ die Rede oder, dass ein guter, übergewichtiger Reiter immer noch besser sei, als ein dürrer Reitanfänger, der dem Pferd in den Rücken plumpse. Das mag im Einzelfall vielleicht richtig sein, es darf aber nicht eine Entschuldigung für das Übergewicht im Sattel werden. Denn: 120 Kilogramm bleiben 120 Kilogramm, ganz gleich wie beweglich oder trainiert sie sein mögen. Und 120 Kilo im Sattel sind zuviel und das kann auch nicht schön geredet werden.

Wer nun zu viel für den Pferderücken auf die Waage bringt, kann das ja auch als Ansporn zum Abnehmen verstehen. Es gibt so viele Dinge, die auch vom Boden aus mit dem Pferd gemacht werden können: vom flotten Spaziergang bis hin zur Arbeit an der Hand. Das trainiert nicht nur das Pferd, sondern lässt auch das Reitergewicht schmelzen.

Wie viel Gewicht nun genau ein Pferd verträgt, lässt sich – wie so vieles in der Reiterei – nicht pauschal sagen. Dass ein Pony weniger Gewicht verträgt, als ein Großpferd, ist ja noch eingängig. Doch dann wird es schon schwieriger: Kaltblüter sind noch lange nicht „Gewichtsträger“ und nur weil ein Pferd besonders groß ist, bedeutet das nicht, dass es um so mehr tragen kann. Das Fundament eines Pferdes spielt ebenso eine Rolle wie sein Trainingszustand.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kontrolliert nach dem Reiten den Rücken seines Pferdes und tastet ab, ob er schmerzempfindlich ist: das wäre ein deutliches Alarmsignal.

Prüfen Sie auch kritisch Ihren Sattel; Nicht nur, dass er Ihrem Pferd passt, sondern auch ob er Ihnen passt. Ist Ihnen der Sattel zu klein, dann drückt das Gewicht auf den Sattelkranz hinten, der sich dann förmlich in das Pferd hineinbohrt. Einige Sattelhersteller sind übrigens schon dazu übergegangen, die Sitzgrößen umzubenennen, weil die Kundschaft so eitel ist. Statt 18 Zoll sind es nun 17,5 Zöller. So wie manche Frau sich lieber in Hosengröße 38 quetscht, statt eine passende 40er anzuziehen: Hauptsache das Etikett stimmt. Diese Form der Eitelkeit hat im Sattel wirklich nichts zu suchen – Ihrem Pferd zu Liebe.

 

Quellen:
http://www.ifb-adipositas.de/presse/adipositas-zahlen

http://de.statista.com/themen/1468/uebergewicht-und-adipositas/

http://www.bmi-rechner.net/

36 Responses

  1. Luna
    | Antworten

    Also wenn ich das schon wieder lese…das hat bestimmt jemand im unteren Normalgewicht geschrieben. Klar 120kg ist schon eine Marke, aber es geht ja auch schon um 80+kg, die sehr schnell erreicht sind! Ein flotter Spaziergang, Bodenarbeit etc. lassen die Pfunde schmelzen…in welcher Fantasiewelt lebt denn die Autorin? Ich gebe mal ein Beispiel aus dem eigenen Leben als übergewichtige: Ich ging 2-3x die Woche Tennis spielen jeweils 1-3h inklusive intensivem Linientraining etc. dann ging ich noch 1x die Woche tanzen 1h, und danach noch zum Tanzworkout auch 1h. Außerdem fuhr ich alle 2 Tage mit dem Fahrrad zur Schule je Strecke 45min. Ist das mehr als die meisten Normalgewichtigen machen? Ja. War ich übergewichtig? Ja. Habe ich abgenommen? Nein. Eher zugenommen. War meine Ernährung schlecht und zu viel? Laut Ernährungsberaterin Nein eher gesund aber zu wenig. War ich trotzdem fett? Ja. Also komm mir mal nicht mit Spaziergang!

  2. Jacky
    | Antworten

    Hallo , ich finde man kann das nicht am bmi ausmachen, Muskeln sind bekanntlich schwerer als fett, somit kann man mit viel Muskel aber einer geringen Körpergröße trotzdem einen zu hohen bmi habe finde es schade wenn man daran festlegt das jemand zu dick ist!

  3. Anja
    | Antworten

    Schwierig finde ich auch, neben den hier geschilderten Körpergröße – Körpermasse- Verhältnissen, die genetische Veranlagung. Ich gehöre leider auch zu den kräftiger gebauten Menschen, müsste aber „fast komplett“ auf Nahrung verzichten und min. 4 x in der Woche Freeletics/ Sport betreiben um auf ein( nach BMI) normales Körpergewicht zu kommen. Wann soll ich dann noch meine Pferde bewegen?!…. Im übrigen geht bei mir da nix an Kilos verloren, bei Arbeit zu Fuß mit dem Pferd ;)… Leider

  4. Nicole
    | Antworten

    Ich finde den Beitrag überhaupt nicht anstößig sondern eher wichtig. Das Pferd ist ein Lebewesen und es ist tatsächlich einfach nur fair, objektiv darüber nachzudenken, ob ich nicht doch evtl. ein wenig zu viel auf den Rippen habe. Übergewicht ist auch für den Menschen selbst ungesund. Es geht ja auch darum, dass ein übergewichtiger Mensch einfach eine schlechte Grundfitness hat, und zum Reiten braucht man nunmal eine gewisse Fitness, um die Übungen vernünftig ausführen zu können und dabei dem Pferd nicht noch mehr aufzubürden als es eh schon zu tragen hat. Es wird ja hier auch nicht vom Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße gesprochen sondern darüber, dass fette Menschen nunmal fette Menschen sind. Es geht auch darum, dass sich das Gewicht dann entsprechend verteilt auf die einzelnen Körperregionen (Muskulatur spielt da eine große Rolle). Wenn ein trainierter Reiter auf dem Pferd sitzt, kann er die nötige Körperspannung ganz anders halten, womit sich das Gewicht ja wieder noch ganz anders verteilt. Es ist meistens sehr deutlich zu sehen, ob jemand fettleibig ist oder nicht. Darüber braucht man auch nicht zu diskutieren oder es schönzureden. Jeder Sportler muss auf seine Ernährung und sein Gewicht achten, um seinen Sport ausführen zu können. Warum sollte das bei Reitern anders sein? Zumal der Reiter ja auch ein anderes Lebewesen in seinen Sport einbezieht. Denkt einfach mal darüber nach, bevor ihr euch auf Grund von Eitelkeiten auf den Schlips getreten fühlt!

    • Kerstin Schröder
      | Antworten

      Hi es stimmt der BMI hat nichts damit zu tun, generell sollte man aber schon ab 100 kilo überlegen ob man dem Pferd das auf Dauer antut, nimm einfach mal Deine Schwester und trag sie auf dem Rücken..;-) Dann verstehst Du .. Kurzzeitig hält ein Pferd auch 2 Menschen aus..also 2 schlanke..ja es kommt auch auf das Pferd an und ich finde schon dass ein Kaltblüter mehr tragen kann, weil wenn ein Kaltblut Dir auf den Zeh tritt ist er eine Briefmarke, dann eben auch auf den Sattel achten ein Westernsattel bitte dann nicht, und andererseits hilft Dir das Pferd auch beim abnehmen, wenn Du es viieel putzt und führst, nimmst Du auch ab und es dankt Dir das Pferd, diese essen übrigens Gras um schlank zu bleiben;-))

  5. Nadine
    | Antworten

    Hallo!
    Ich selbst habe Übergewicht und reite trotzdem. Man muß aber auch auf das Pferd hören! Nicht einfach rauf und stundenlang los.
    Was mich an der Diskussion stört ist die Tatsache das ein Zuviel an einer Rechenformel festgemacht wird. Kleine dicke Frauen dürfen nicht reiten, der lange schlaksige Kerl schon. weil ja der BMI stimmt.
    Ich warte immer noch auf einen gut recherchierten Artikel der Gewicht, Größe, Hebelwirkung des langen Oberkörpers eines großen Reiters alle mit ins Spiel bringen.
    Ein Pferd ist angeblich nicht zum reiten gemacht, dennoch nutzen wir sie seit Jahrtausenden genau dazu.
    Leute, nicht euer BMI ist wichig sondern das sich euer Pferd wohlfühlt mit euch. Meine kommen alle freudig zu mir wenn ich auf die Koppel komme, trotz 100kg die sie schleppen müssen.

  6. Ben
    | Antworten

    War gerade auf der Suche nach einer neuen RB,
    nach etlichen Nachfragen habe ich mich zum ersten Mal
    mit dem Thema Gewichtsträger beschäftigt. Manche nehmen
    einfach eine Formel, und dann gibt es noch Kriterien die
    vorhanden sein sollten, starker Rücken, breite Brust,
    starke Beine, aber irgendwie alles sehr wachsweiche Angaben,
    viel kann, vielleicht, möglicherweise etc.
    Es heisst, nur weil Tinker und Friesen dicke Beine haben müssen
    sie noch nicht unbedingt Gewichtsträger sein. Tinker wurden als
    Zugpferde gezüchtet, ein starker Rücken war da nicht so wichtig.
    Ein großer Bauch ist auch eher von Nachteil, weil das hängt ja
    alles am Rücken, und der Reiter dann auch noch zusätzlich.
    Jedenfalls habe ich mich entschieden, einfach auf mein Pferd
    zu hören: Wenn wir ausreiten, es dauert vielleicht eine Stunde
    dann nimmt er immer mehr den Kopf runter, viele verwechseln das
    mit Zügel klauen, aber bei meinem ist das kein klassisches
    Zügel klauen in dem Sinn dass er Freiheit gewinnen und abdüsen
    möchte (haha), sondern er zeigt mir dass er meine 85 Kilo langsam
    aber sicher zu spüren kriegt. Nach 2-3 Stunden kommt er oft
    daher wie beim Gang nach Canossa, den Kopf nah am Boden um
    den Rücken zu entlasten, weil mit gebogenem Rücken wird das
    Gewicht auf die vier Beine abgeleitet, deshalb haben sie in freier
    Natur auch keine Probleme weil sie 16 Stunden am Tag den Kopf
    am Boden haben. Hätte ich ja nichts dagegen wenn er so den
    Rücken entlastet, wenn er dann nicht vermehrt stolpern würde.
    Na jedenfalls habe ich beschlossen dass meiner kein
    Gewichtsträger ist 😉
    Und ich habe ebenfalls beschlossen dass er nicht täglich
    geritten wird, und springen braucht er bei mir auch nicht,
    ausser wenn er das selber möchte, beim rumfesen auf der Weide 😉

  7. Elen
    | Antworten

    Was mir allerdings auch aufgefallen ist: Die Überschrift und Einleitung dieses Artikels kommt beim „Überfliegen“ sehr missverständlich rüber. Eher so wie „Dressurstudien hat was gegen Dicke“.
    Falscher Einstieg. Hätte man eleganter lösen können.

  8. Silke
    | Antworten

    Ich persönlich hab auch zuviel Gewicht auf der Waage, aber auf meine Ponies muss ich deshalb trotzdem nicht verzichten. Ich bin halt umgestiegen vom Sattel auf den Kutschbock und muss sagen, dass macht mir sogar noch mehr Spaß als vorher das Reiten und für meine Lieblinge ist es auch allemal gesünder. Zudem mache ich für das Fahren regelmässig DL-Arbeit und Handarbeit und glaube meine Tiere kommen damit sehr gut zurecht.
    Vielleicht sollten viele andere auch mal über den Umstieg auf den Kutschbock nachdenken. Der Umstieg hat auch noch den Vorteil, dass man als Team arbeitet, weil Fahren gut und gerne einen zweiten Menschen braucht, der einem helfen sollte beim Anspannen und so kommt man auch wieder unter Leute und es geht nichts über eine schöne Ausfahrt im Wald mit glücklichem Pony.

  9. Elen
    | Antworten

    Was man auch bedenken muss: Viele Reiter mit Gewichtsproblemen zwängen sich in zu kleine Sättel. Begründet wird das eher fadenscheinig. Wenn ich einen 18-Zoll-Sattel benötige, kann ich in keinem 16-Zoll-Sattel reiten. Denn der schädigt dann das Pferd und nicht die 80 oder 100 kg.

  10. Heike
    | Antworten

    Ich selbst reite wegen (deutlich) zu viel Gewicht seit längerer Zeit nicht mehr – bevor mein Pferd kaputtgeht. Es wird ja auch nicht jünger.

    Allerdings finde ich es problematisch, die Frage nach dem Zuviel am BMI festzumachen. Eine kleine Frau kann deutlich zu dick sein, ohne dabei zuviel Gewicht auf einen ordentlichen Pferderücken zu bringen. Und dann kommt es ja auch noch darauf an, wie gut geritten wird, wie viel vom Pferd verlangt wird (welche Disziplin, wie lange, wie oft), wie das Pferd trainiert ist u. s. w.

    Die Gefahr, sein Pferd „kaputtzureiten“ besteht für jeden, unabhängig vom Gewicht. Manche Reiter meinen auch, sie seien schlank, dann müssten sie sich darüber keine Sorgen machen.

    Und es besteht die Gefahr, dass sich jetzt viele normalgewichtige Reiter(innen) wegen 5 kg verrückt machen, statt ihre Energie darein zu investieren, ihr Reiten zu verbessern.

  11. Marie
    | Antworten

    Ein sehr interessantes und wichtiges Thema. Schon jetzt wird klar, wie sehr sich viele Leute dabei auf die Füße getreten fühlen. Natürlich sind Zahlenformeln immer schwierig. Und sicherlich sind Kleidergrößen nicht aussagekräftig. Aufgrund des Schnittes musste ich kürzlich eine Reithose in Größe 42 kaufen, bei 55 Kilo und 165 Zentimetern. Selbstverständlich kommt auch hinzu, wie man reitet, wie sehr man im Gleichgewicht ist etc. Und man kann Pferden auch anders großen Schaden zufügen. Das ist alles klar. Bei mir erweckt es aber den Eindruck, dass viele so vom eigentlichen Problem ablenken wollen. Wir haben eine Verantwortung und sollten uns darum kümmern, nicht übergewichtig aufs Pferd zu steigen. Wie wir uns genau so gut darum kümmern sollten, uns selbst und das Pferd sinnvoll und schonend auszubilden. Und genau dabei dürfen wir das Reitergewicht nicht ausklammern.
    Und was Island betrifft, das ja gerne als Beispiel angeführt wird: Auf Island gibt es einfach mal keine anderen Pferde. Das heißt nicht automatisch, dass die Pferde das Reitergewicht immer gut tragen können. Und sicherlich herrscht auch dort wie auch in anderen Teilen der Welt noch ein anderer Umgang mit Pferden, die noch sehr viel mehr als Nutztiere angesehen werden und über die man sich möglicherweise auch mal weniger Gedanken macht.

  12. Anita
    | Antworten

    Heißes thema :). Dem Pferd zu Liebe und auch sich, sollte jeder Reiter auch ab und zu ein Auge auf sich werfen. Ein geeignetes Reiter-Pferd -Paar ist nicht an der Hosengröße auszumachen. Generell sollte jeder der sich auf ein Pferd setzt und dieses als Partner sieht, überlegen was er seinem Pferd zumuten kann und will. Meistens und auch zum Glück sind sehr adipöse Reiter keine Springreiter. bei dem thema Sattel kann ich nur zustimmen. Da sollten dann auch die Sattler ehrlich mit ihren kunden sein.
    Wenn man eben einen 18 zoll Sattel braucht wird schwierig mit dem kurzen Rücken eines hafis. Man sollte sich durch die Kritik nicht entmutigen lassen sondern es als Denkanstoß für sich nehmen.

  13. Gaby
    | Antworten

    Pferde sind auch nicht von Natur aus dazu da über riesige Hindernisse zu springen oder irgendwelche Dressurübungen zu machen. Damit macht man die Knochen und Wirbelsäule der Pferde eher kaputt, wie durch einen Übergewichtigen Reiter. Schlimmer finde ich es wenn sie diese Rollkuren mitmachen müssen oder die Reiter wie verrückt am riegeln sind um es schön aussehen zu lassen. Warum sollen Übergewichte Leute nicht reiten? Den meisten geht es doch nur um die Ethik und nicht um die Pferde. Auch Übergewichtige können schön auf einem Pferd aussehen.

  14. sandra
    | Antworten

    Ich habe seit dem 1.März 20 Prozent meines Ausgangsgewichtes abgenommen. Mit umgestellter Ernährung plus Sportstudio. Ich bin also nicht nur erheblich schlanker sondern auch wesentlich fitter geworden, habe Körperfett gegen Muskeln eingetauscht und meine Kondition gesteigert. Mein Gefühl und meine Pferde sagen mir: Ich reite jetzt viel, viel besser als noch vor 5 Monaten! Zwei ernsthafte Buckeleskapaden eines Berittpferdes, die ich noch im Februar nicht überstanden hätte, konnte ich geschmeidig sitzen, lachen und weiterreiten. Aussitzen schwieriger, rückenempfindlicher Pferde geht erheblich besser. Und mein Selbstverständnis im Sattel ist viel souveräner geworden.
    Mein Ausgangsgewicht war absolut gesehen für Pferde über 500 kg Eigengewicht nicht relevant – ich bin nicht sehr groß und somit lag auch mein für mich erhebliches Übergewicht noch weit unter irgendeiner kritischen Marke, solange ich keine Welsh A Ponies reiten wollte. Aber trotzdem war mein Übergewicht ein Problem für meine Pferde, denn es geht immer einher mit mangelnder Fitness, mangelnder Beweglichkeit, schlechterem Körpergefühl und somit auch mehr Angst im Sattel, weil man unterschwellig genau weiß, dass man großen, heftigen Bewegungen nicht gewachsen ist.
    Dies Anregung aus Selbsterfahrung möchte ich hier mal in die Runde streuen.

  15. Susanne
    | Antworten

    Das iss schon ein ewig leidiges Thema. Ich habe eine Vollblutstute gahabt, sie hat Nein Gewicht von 110 kg immer problemlos getragen. War aber kein Anfänger. Anfänger die übergewichtig sind fallen dem Pferd in den Rücken. Fänd ich gar nicht toll. Meine Stute ging mit dreißig Jahren noch unterm Sattel, wurde übrigens 33 Jahre alt. Kommt immer drauf an wie man Reitet, finde ich. Auch schlanke Reiter können ihr Pferd „kapputt‘ reiten. Denkt mal drüber nach.

  16. kynna
    | Antworten

    Wenn man nach dem Reitergewicht ginge dürfte halb Island nicht mehr auf ihren tollen Pferden reiten. Ist es nicht vielleicht wichtiger wie man das Pferd trainiert und wie gut man im Gleichgewicht mit dem Pferd ist?

  17. claudia thaler
    | Antworten

    mir fällt keine sportart ein in der man mit übergewicht und schlechtem trainningszustand wettkämpfe bestreiten kann. beim reiten muß das pferd ggf das ausgleichen. ist das fair dem sportpartner pferd gegenüber? hat nicht der reiter als denkendes wesen die verpflichtung an sich und seinen schwächen zu arbeiten, um nicht dem pferd mit seinen körperlichen und reiterlichen unzulänglichkeiten die ausbildung und die ausführung der lektionen zu erschweren? ein trainierter reiterkörper mit normalem körpergewicht ist nicht nur eine frage der ästhetik sondern auch eine frage der fairness dem pferd gegeüber!

  18. Bianca
    | Antworten

    Ich finde, das ist ein sehr kritisches Thema.
    Ja, es ist gut, das es angesprochen wird.
    Mir wird aber zu wenig weiter gedacht.
    Wie bereits vorher geschrieben:
    reiten zB nur bis 80 kg?
    wenn man nur das Gewicht betrachtet, dann dürften die meisten Männer nicht auf ein Pferd steigen.
    Selbst ein schlanker 1,90 wiegt schnell 80 kg
    Reithosen nur bis Größe 40?
    Hm, ich mit 1,78m habe mit 63 kg Größe 40/42.
    Darf ich noch reiten?
    Wie sieht das beim Westernreiten aus?
    Der Sattel ist doch ziemlich schwer; ist dann die Grenze entsprechend niedriger?
    Schließlich sind die Pferd in der Regel kleiner als ein normaler WB.

    Meiner Meinung nach sollte man sich durchaus Gedanken zum Gewicht machen,
    es aber individuell und realistisch betrachten!
    Kann MEIN Pferd MICH mit MEINEM Gewicht und der entsprechenden Ausrüstung tragen?
    Wenn ich das bejahen kann muss ich nur noch dafür sogen, dass das Pferd das auch praktisch kann.
    Es entsprechend trainiert wird und passendes Sattelzeug hat.
    Dann ist es auch nicht so schlimm, wenn der Reiter etwas mehr auf den Rippen hat.

  19. bella
    | Antworten

    Super das dieses thema mal angschnitten wird!
    Ich finde ja das es reithosen nur bis größe 40 zu kaufen geben sollte!!!
    Alles andere ist eine frechheit dem pferd gegenüber!!!

    • kristina
      | Antworten

      Diese These wiederum finde ich sehr frech… Sehe es genauso, dass stark übergewichtige ReiterInnen auf dem Pferderücken nichts zu suchen haben, aber das an einer Kleidergröße festzumachen, ist mehr als unseriös. Ich bin 1,77m groß und habe ein breites BEcken, dabei bin ich aber sehr schlank und im niedrigeren bis normalen BMI-Bereich – und trotzdem muss ich je nach Marke teilweise Größe 42 kaufen. Kleidergrößen sind NICHT genormt und haben damit wenig Aussagekraft. Genauso wenig Aussagekraft hat der BMI, da ich mit meiner großen Größe ja laut BMI durchaus mehr wiegen „darf“ als eine 1,60m große Person, um denselben BMI zu haben – das Pferd hat aber an meinen 66kg nicht weniger zu tragen als an den 66kg der kleineren Person. Hier geht es leider, so hart das manche ReiterInnen auch treffen mag, tatsächlich um eine feste Grenze, die man sich selber setzen sollte, um das Wohl seines Pferdes nicht zu gefährden. Vielleicht würde es schon helfen, sich vor Augen zu führen, dass wir alle hier einen SPORT betreiben und kein anderweitiges Hobby – und für diesen sollte man selbst auch angemessen körperlich fit sein.

    • Anja
      | Antworten

      Wäre es nicht viel wichtiger mit Hirn zu reiten als hier über Gewicht zu diskutieren?! Ich kenne spindeldürre, magersüchtige Reiterinnen (ein trockener Ast ist dagegen dick) die sowenig Hirn haben, dass es schädlich ist fürs Pferd. Lieber ein paar Kilo mehr und dafür aber fair und korrekt dem Tier gegenüber!!!

    • Anett
      | Antworten

      Ich finde diese Aussage auch reichlich frech!
      Ich habe eine Größe von 183 cm, da würde ich mit einer Hose, schnell in die Riege der Magersüchtigen eingeteilt!
      Auch jemand mit Größe 40 kann übergewichtig sein, auf die Körperhöhe gesehen.
      Naja solche Pauschalierungen wird es wohl immer geben. 😉

    • Elen
      | Antworten

      Den Beitrag finde ich eine Unverschämtheit.

  20. Sara
    | Antworten

    10%? Dann dürften sich so manche Profireiter nicht mal auf ihr eigenes Pferd setzen um es einzureiten oder zu trainieren… Ein normales WB hat vielleicht zwischen 600-750 kg ( ich glaube nicht das die Herren alle derart zart und leicht sind) und dann passt das wieder mit den Kaltblütern nicht die vielleicht 800-900 kg haben aber dann angeblich doch nicht schwerere Personen abdecken… Ich finde man sollte immer gucken was für ein Pferd man hat und wie es sich unter dem Sattel macht… Definitiv finde ich viele Reiter zu dick um zu reiten aber ich denke eine gesunde Selbsteinschätzung und der dazugehörige Pferdeverstand setzt bei vielen wenn es um den Reitsport geht aus…

  21. Barbara
    | Antworten

    Die Angaben von % des pferdeeigenen Gewichts als Richtmass für seine Tragfähigkeit halte ich für irreführend. Ein Pferd was sowieso selbst schon zu dick ist (und das sind ja leider auch immer mehr) kann WENIGER tragen, nicht mehr, da seine Gelenke ja eh schon überbelastet sind. Es sollte also wenn vom Idealgewicht des Pferdes ausgegegangen werden.

    Wobei ich 10% für übertrieben halte – dass hiesse, dass ich mit meinen ca 64 kg für meine 160 große Connemara Stute zu schwer wäre (sie wiegt ca 520 kg), ich bin aber 178 cm groß, also kann ich mich unmöglich auf weniger als 61 kg reduzieren, sonst habe ich Untergewicht.

    Und sie trägt mich vollkommen zufrieden und ohne irgendwelche sichtbaren negativen Auswrkungen. So ist es absolut wichtig, nicht zuviel aufäs Pferd zu bringen und ich sehe so manchen, der da wirklich nicht draufgehört, aber wir wollen nicht den gleichen Trend wie in der Bekleidungsindustrie mitmachen, wo inzwischen „Triple Zero“ das Ideal geworden ist…

    • Nadine
      | Antworten

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  22. Jana Thumann
    | Antworten

    Ein guter Beitrag, da er im Sinne der Pferde ist. Auch wenn es emotional ist und bleibt: man kann nicht alles schönreden! Und ich erlaube mir, gerade bei diesem Thema kräftig mitzureden, da auch ich mal mehr als 30 kg „mehr“ hatte – vorher geritten bin – währenddessen kaum – und dann wieder abgenommen habe, um entsprechend zumutbar reiten zu können. Es gibt SEHR wenig krankhaft Übergewichtige …

  23. Nadine
    | Antworten

    Ich weiß jetzt nicht so recht, was der BMI-Rechner soll.
    Wenn ich 190 cm gross bin und 80 KG wiege bin ich nicht übergewichtig und somit nichtr zu schwer fürs Pferd.
    Wenn ich aber nur 160 cm gross bin und 80 KG wiege…bin ich viel zu schwer für das Pferd?
    Macht irgendwie keinen Sinn, oder?
    80 KG bleiben 80 KG.

    • bg
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  24. karina fuchs
    | Antworten

    gut das das was ich seid 20 jahren predige jetzt auch mal aus einer fachkundigen ecke bestädigt wird. ich möchte nur noch anmerken das ein übergewichtiges pferd nicht automatisch zum „gewichtsträger“ wird, so wie es viele pferdebesitzer denken. sie tragen dann nur von haus aus viel zu viel gewicht mit sich rum.
    diesen link werde ich allen zuschicken die sich wieder darüber beschweren das wir auf unseren schulpferden und ponys eine “ gewichtsbeschränkung“ haben.
    viele grüße aus mittelfranken
    karina fuchs

  25. Reiter TV
    | Antworten

    Wir sind da ganz eurer Meinung!!
    Leider sehen auch wir immer wieder Übergewichtige REiterInnen die sogar mit ihren Pferden Springreiten!!
    Auch bei den Ausbildnern der Freizeitreiter sieht man oft Übergewichtige Trainer – die sich dann sogar aufs Pferd setzen.
    Es soll jetzt keine Hysterie wegen Gewicht usw. auftreten – aber es gehört einfach mal gesagt, dass die Pferde von der Natur einfach nicht fürs Gewichttragen ausgerichtet sind!

    • Elen
      | Antworten

      Vor allen Dingen nicht die sogenannten „Gewichtsträger“. Denn da lese ich an 1. Stelle immer Tinker und Friesen. Die nun aufgrund ihres Exterieurs eh schon Probleme haben mit dem Tragen von Gewicht. Das Tragen von Übergewicht sehe ich da kritisch. Ein stabil konstruiertes Warmblut ist da eher anzuraten.

  26. Antonia
    | Antworten

    Ein wichtiges und leider zu oft schöngeredetes Thema. Unser Tierarzt sagte immer, dass ein ausgewachsenes, untrainiertes Pferd 10%, ein trainiertes kurzeitig bis zu 20% seines eigen Gewichtes tragen kann (Reitergewicht inklusive Ausrüstung) – ein guter Anhaltspunkt, wenn auch kein Dogma. Der gute Mann scheut sich nicht, Reiter auf die hohe Gewichtsbelastung, die manch einer seinem Pferd zumutet anzusprechen und hat so schon zu so manchen Veränderungen im Stall beigetragen. Wir haben zum Beispiel jetzt eine Pferd&Reiter-Jogging-Gruppe. Mein Pferd motiviert mich mehr als jeder Mode-Laden auf mein Gewicht zu achten. Niemand muss sich dem Schlankheitswahn anschließen, aber dem Pferd zuliebe sollten wir genau darauf achten, wieviel Gewicht wir und damit das Pferd rumtragen.

    • Nadine
      | Antworten

      Du solltest schreiben 10% bzw 20% des Gewichts eines normalgewichtigen Pferdes. Sonst heißt es wieder, alle übergewichtigen Pferde sind Gewichtsträger. 😉

    • Toni
      | Antworten

      Die Aussage mit den 10- 20% des Pferdegewichts gestalltet sich als schwierig. Ein zu dickes Pferd könnte demnach also mehr tragen als ein normalgewichtiges Pferd? Nehmen wir einmal an es handelt sich um zwei Pferde mit ähnlichem Körperbau und Stockmaß. Eins davon bringt 600 kg auf die Waage und ist gut bemuskelt und trainiert, das andere 700 kg ist dabei aber sichtlich zu dick. Soll dann etwa auf das Pferd das eh schon mehr mit sich selbst zu schleppen hat etwa auch noch den dickeren Reiter durch die Gegend tragen?

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